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Französische Alpen Tödliche Lawine am „Verfluchten Berg“

 ·  Bei einem Lawinenunglück am Montblanc-Massiv sind neun Menschen getötet worden, darunter drei Deutsche. Vier mutmaßlich vermisste Bergsteiger sind am Leben. Zwei hatten den Aufstieg gar nicht mitgemacht, zwei eine andere Route gewählt.

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Drama am „Mont Maudit“, dem „Verfluchten Berg“ des Montblanc-Massivs: Bei einem Lawinenabgang am Donnerstagmorgen sind neun Bergsteiger ums Leben gekommen. Unter den geborgenen Todesopfern sind drei Deutsche, ein Schweizer, drei Briten und zwei Spanier. Dreizehn Alpinisten wurden verletzt, wie die Bergwacht in Chamonix mitteilte, dem Kurort am Fuße des Mont Blanc. Der französische Innenminister Manuel Valls reiste nach Chamonix, um die Rettungsarbeiten zu verfolgen. Er sprach von einem „schrecklichen Unglück“. Zahlreiche Rettungskräfte kamen zum Einsatz. Die Gebirgseinheit der französischen Gendarmerie wurden durch italienische Rettungskräfte unterstützt. Auch Hubschrauber kamen zum Einsatz.

Insgesamt 28 Bergsteiger aus Deutschland, Spanien, Frankreich, der Schweiz und Serbien samt erfahrenen Bergführern sollen an der Tour in dem französischen Hochgebirgsmassiv beteiligt gewesen sein. Sie kletterten in zwei Seilschaften am Nordostgrat der Mont-Blanc-Gruppe in 4000 Meter Höhe, als sie vom Lawinenabgang überrascht wurden. Gegen 5.25 Uhr sei der erste Notruf eines verletzten Alpinisten bei der Gebirgspolizei eingegangen, teilte ein Polizeisprecher mit. Zwei Bergsteiger konnten wohlbehalten geborgen werden, neun weitere mussten mit Verletzungen in die umliegenden Krankenhäuser gebracht werden.

Vier weitere Bergsteiger hatten mutmaßlich als vermisst gegolten. Sie sind am Leben. Es handelt sich um zwei Engländer und zwei Spanier, sagte der Sprecher des Präfekten des Departements Haute-Savoie in Annecy, Régis Castro. „Die zwei Engländer haben sich heute Abend bei der Gendarmerie in Chamonix gemeldet, sie haben zwar die Nacht in der Hütte mit den anderen verbracht, haben dann aber eine andere Route eingeschlagen.“ Die beiden Spanier hätten sich ebenfalls bei der Polizei gemeldet. Sie hätten sich in letzter Minute entschlossen, den Aufstieg nicht mitzumachen.

Mindestens neun Tote bei Lawinenunglück am Mont Blanc

Der Bürgermeister von Chamonix, Eric Fournier, sagte am Donnerstag, kein Wetterdienst habe vor erhöhter Lawinengefahr gewarnt. In dem Gletschergebiet könne es aber auch bei Schönwetterlage zu Lawinenabgängen kommen. Fournier sagte, die Bergsteiger hätten eine der bekannten Routen zum Mont Blanc gewählt. Dass sich im Sommer eine Lawine löst, ist auch nach Angaben von Stefan Winter, des Ressortleiters Breitensport beim Deutschen Alpenverein (DAV), gut möglich. „Auch im Sommer haben wir ständig mit Schlechtwettersituationen im Hochgebirge zu kämpfen, gerade zurzeit“, sagte er. „Wir haben eine Westwetterlage, und Nordwestwind kommt noch hinzu.“ Das bedeute entsprechend niedrige Temperaturen zwischen 3000 und 4000 Metern. „Wenn feuchte Luft dazu kommt, gibt es Niederschlag, der in größerer Höhe als Schnee fällt. Wind ist der Baumeister von Lawinen – da können schon kleinere Neuschneemengen von zehn Zentimetern Verfrachtungen ergeben, die auch im Sommer tatsächlich zu einem Lawinenunglück führen.“

Die zuständige französische Präfektur sprach vom „mörderischsten Lawinenunglück“ der vergangenen Jahre. Zuletzt waren im August 2008 acht Bergsteiger in einer Lawine im Mont-Blanc-Massiv ums Leben gekommen, vier Deutsche, drei Schweizer und ihr österreichischer Bergführer. Erst in der vergangenen Woche waren in den Schweizer Alpen fünf deutsche Bergsteiger beim Abstieg vom 4010 Meter hohen Lagginhorn tödlich abgestürzt.

Der mit 4810 Metern höchste Berg der Alpen im Departement Haute-Savoie ist im Sommer ein beliebtes Ziel für Alpinisten aus ganz Europa. Die Montblanc-Gruppe in den westlichen Alpen liegt im Grenzgebiet von Frankreich und Italien. Ob der „Weiße Berg“ auch den höchsten Gipfel Europas hat, ist umstritten. Nicht wenige halten den im Kaukasus gelegenen Elbrus mit seinen 5642 Metern für den höchsten Berg.Vom Gipfel abwärts bis in eine Höhe von etwa 2500 Metern sind die Hänge des Montblanc von einer bis zu 20 Meter dicken Eisschicht bedeckt. Die französischen Alpinisten Jacques Balmat und Michel Paccard bestiegen den Gipfel am 8. August 1786 zum ersten Mal. Die erste Frau auf dem Gipfel war Marie Paradis aus Chamonix im Jahr 2008.

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Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

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