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Folgen des Klimawandels : Munich Re erwartet häufigere Wetterextreme

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Land unter: Überschwemmungen im Südwesten Englands Mitte Februar Bild: AP

Wirtschaft und Wissenschaft sind sich einig: Kältewellen oder Überschwemmungen wie gerade in England werden nach Einschätzung des Rückversicherungs-Konzerns künftig noch häufiger auftreten.

          Lang andauernde Wetterextreme wie der Dauerregen in England, die lange Kälteperiode in Amerika, aber auch das Hochwasser in Deutschland im vergangenen Frühsommer dürften künftig häufiger werden. Das sagte der Leiter der GeoRisiko-Forschung des weltgrößten Rückversicherers Munich Re, Peter Höppe, der Nachrichtenagentur dpa.

          Extreme Wetterphänomene stünden im Zusammenhang mit dem sogenannten Jetstream, einem erdumspannenden Starkwindband. Wenn sein wellenförmiger Verlauf längere Zeit stabil bleibe, würden über längere Zeit Tiefdruckgebiete mit Kaltluftzuführung auf der einen Seite und Zustrom von warmer Luft auf der anderen Seite vorherrschen. Die Zunahme solcher lang andauernder Wetterphänomene könnte nach Einschätzung Höppes auch ein Indiz für den Klimawandel sein.

          Beispiel England: Schwieriger Hochwasserschutz

          Klassischer Hochwasserschutz richtet gegen die jüngsten Überschwemmungen in England nach seiner Einschätzung weniger aus als gegen Fluten etwa in Deutschland. In Großbritannien hatte Dauerregen große Landflächen überflutet. Deshalb reiche der Bau von Deichen oder die Einrichtung von Überflutungsflächen an Flüssen dort nicht aus, sagte Höppe. „Wenn flächig hoher Niederschlag fällt und das Wasser wegen des geringen Gefälles stehenbleibt, ist es schwierig.“

          Es helfe nur, die Häuser abzudichten und in gefährdeten, tief liegenden Gebieten keine neuen Siedlungen zu bauen. Auch steuerliche Anreize und niedrigere Versicherungsprämien für Kunden, die vorsorgen, kämen in Frage. Generell schätzt Höppe den Hochwasserschutz in Großbritannien nicht schlechter als in den meisten anderen Ländern ein. „Man hat da auch schon sehr viel getan, und der britische Versicherungsverband hat auch immer darauf gedrungen, dass hier Präventionsmaßnahmen ergriffen werden.“

          Musterbeispiel Hamburg

          Zwar seien die Schäden derzeit noch nicht bezifferbar, grundsätzlich könne man sich vor Überschwemmungen aber besser schützen als vor anderen Naturgefahren. Als Beispiel verwies Höppe auf Hamburg. Seit der Sturmflut von 1962 seien rund zwei Milliarden Euro in den Hochwasserschutz der Hansestadt geflossen. Seither seien fünf Sturmfluten mit noch höheren Pegelständen als 1962 aufgetreten - zuletzt im Dezember vergangenen Jahres, wobei keine nennenswerten Schäden entstanden seien.

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