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Innenstadt evakuiert : Fliegerbombe in Potsdam ist entschärft

  • Aktualisiert am

Alle raus aus der Innenstadt: Szenen aus Potsdam Bild: SCHLUET/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Die Entschärfung einer Fliegerbombe hat Potsdam in Ausnahmezustand versetzt. Tausende mussten ihre Wohnungen verlassen. Es war zunächst unklar, wie die Bombe unschädlich gemacht werden kann. Aber dann ging alles ganz schnell.

          In der Potsdamer Innenstadt ist eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft worden. Der Sperrkreis, der die südliche Innenstadt von Mittwochmorgen an komplett lahmgelegt hatte, wurde am Mittag aufgehoben. Fast 10.000 Menschen hatten in der südlichen Innenstadt ihre Wohnungen oder Arbeitsplätze verlassen müssen. Auch der Bahnverkehr am Hauptbahnhof war bis mittag eingestellt.

          Der Blindgänger war am Montag bei einer systematischen Suche auf einem Gelände nahe dem Hauptbahnhof entdeckt worden. Es war der 187. Blindgänger, der seit der Wende in Potsdam entdeckt und unschädlich gemacht wurde.

          Nach der Evakuierung im Umkreis von 800 Metern um den Fundort der Bombe mussten Sprengmeister Mike Schwitzke und sein Team zunächst den Zünder mit einem ferngesteuerten Wasserschneider freilegen und untersuchen. Wenn es sich um einen chemischen Zünder gehandelt hätte, wäre möglicherweise eine kontrollierte Sprengung erforderlich gewesen. Doch die Bombe hatte einen mechanischen Aufschlagzünder, den Schwitzke mit einer Rohrzange herausdrehen und anschließend mit einem lauten Knall sprengen konnte.

          Auch der Straßenbahn-, Bus- und Autoverkehr war in Potsdam an vielen Stellen unterbrochen. Im Sperrkreis lagen der Hauptbahnhof, der Landtag und die Staatskanzlei sowie mehrere Pflegeheime, Schulen und Kitas, zudem ein großes Hotel und das Schwimmbad „blu“.

          Nicht alle Anwohner wollten am Morgen ihre Wohnungen freiwillig verlassen, berichtete Stadtsprecherin Friederike Herold. „Insbesondere bei manchen älteren Bewohnern gibt es Ängste und Befürchtungen, da müssen wir manchmal sehr nachdrücklich bitten“, sagte die Sprecherin. In einem Fall musste eine Wohnungstür geöffnet werden, weil eine ältere Dame sich dort eingeschlossen hatte. Insgesamt 600 Mitarbeiter der Stadt und von Rettungsdiensten waren im Einsatz, um den Sperrkreis einzurichten.

          Quelle: dpa

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