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Stärkstes Beben seit langem : Erdbeben in Mexiko fordert mindestens 61 Tote

  • Aktualisiert am

Menschen schlafen im mexikanischen Juchitan nach dem massiven Erdbeben auf der Straße. Bild: dpa

Nach dem starken Beben im südlichen Bundesstaat Chiapas suchen Rettungskräfte und 1800 Soldaten nach Überlebenden. Der Präsident rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Es herrscht Angst vor Nachbeben.

          Nach dem schweren Erdbeben in Mexiko ist nun Hurrikan „Katia“ auf die Küste des Landes getroffen. Der Sturm traf in der Nacht zum Samstag als Hurrikan der Kategorie eins auf die Ostküste und wurde anschließend zum Tropensturm herabgestuft. Das amerikanische Hurrikan-Zentrum warnte vor „lebensbedrohlichen Überschwemmungen und Schlammlawinen, insbesondere in bergigen Regionen“. Betroffen waren am Samstag die Bundesstaaten Veracruz sowie Teile von Hidalgo und Puebla. Vorhergesagt wurden bis zu 64 Zentimeter Regen in einigen Gebieten.

          Schutt eines eingestürzten Hauses liegt in Juchitan – an den stehen gebliebenen Wänden hängen noch Familienbilder. Bilderstrecke
          Schutt eines eingestürzten Hauses liegt in Juchitan – an den stehen gebliebenen Wänden hängen noch Familienbilder. :

          Mexiko war erst am Freitag von einem schweren Erdbeben der Stärke 8,2 erschüttert worden. Betroffen war vor allem der Süden des Landes. Das Jahrhundert-Erdbeben kostete mehr als 60 Menschen das Leben und machte Hunderte obdachlos gemacht. 61 Todesopfer wurden bis Samstagvormittag (Ortszeit) gefunden. Die Rettungsmannschaften suchten in den Trümmern weiter nach Überlebenden. Sie wurden von etwa 1800 Soldaten unterstützt. Die Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

          Das Zentrum des Bebens der Stärke 8,2 lag im Pazifik, 137 Kilometer südwestlich von Tonalá im Bundesstaat Chiapas in 19 Kilometern Tiefe. Rund 50 Millionen Menschen spürten die heftigen Erdstöße in der Nacht zu Freitag. Zeitweise waren rund 1,5 Millionen Menschen ohne Strom. Derweil bewegte sich Hurrikan „Irma“ mit der höchsten Kategorie fünf am Samstag weiter in Richtung des amerikanischen Bundesstaats Florida.

          Stärkstes Beben seit fast 100 Jahren

          Das Beben in der war das stärkste in Mexiko seit fast einem Jahrhundert. Selbst das verheerende Erdbeben von 1985, bei dem mindestens 10.000 Menschen ums Leben kamen, war etwas schwächer. Damals lag das Zentrum des Bebens allerdings deutlich näher an der Millionenmetropole Mexiko-Stadt.

          Diesmal war das Beben in Mexiko-Stadt zumindest zu spüren. In vielen Vierteln fiel der Strom aus, Schranktüren springen auf und Bücher fallen aus den Regalen. Das Unabhängigkeitsdenkmal im Zentrum der Hauptstadt mit seinem goldenen Engel an der Spitze schwankte bedenklich. .

          Im Bundesstaat Tabasco starb ein Baby, weil sein Beatmungsgerät wegen des Stromausfalls nicht mehr funktionierte. Zahlreiche Menschen wurden von herabstürzenden Trümmerteilen erschlagen. In Matías Romero fiel ein ganzes Hotel in sich zusammen. Besonders stark war die Stadt Juchitán im Bundesstaat Oaxaca getroffen. Dort stürzte das Rathaus ein. „Über 100 Häuser sind zerstört“, sagte die Bürgermeisterin im Radio. Das Innenministerium erklärte für Dutzende Ortschaften den Notstand.

          Mexiko : Opferzahl nach Erdbeben steigt

          Im Land ging außerdem die Angst vor Nachbeben um. Diese sind häufig gefährlicher als der erste Erdstoß, weil sie beschädigte Gebäude endgültig zum Einsturz bringen können. In den besonders stark betroffenen Bundesstaaten Oaxaca, Chiapas und Tabasco suchten die Rettungskräfte am Morgen nach Verschütteten. Zahlreiche Mauern und Gebäude sind eingestürzt, darunter könnten noch mehr Opfer begraben sein. In den Regionen wurden Sammelstellen für Lebensmittel, Kleidung und Hygieneartikel eröffnet.

          Quelle: dpa

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