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Diskothekenbrand in Brasilien Verdächtige verhaftet

Die Polizei hat nach dem tragischen Brand in einer brasilianischen Diskothek drei Männer festgenommen, die für das Feuer verantwortlich gemacht werden.

© REUTERS Vergrößern Am Montag, nur zwei Tage nach dem Feuer, wurden viele Opfer beerdigt und ihrer wurde auf Trauerveranstaltungen gedacht.

Ein von einem Mitglied der Band „Gurizada Fandangueira“ gezündeter Feuerwerkskörper hat nach letzten Ermittlungen die Diskothek „Kiss“ in der südbrasilianischen Stadt Santa María in Brand gesteckt und den Tod von mehr als 230 Personen verursacht. Mehr als hundert Besucher des Nachtklubs wurden verletzt, 79 befanden sich am Montag in Intensivbehandlung. Zur Versorgung der Patienten mit Verbrennungen haben die Krankenhäuser Kontakt mit Hautbanken im In- und Ausland aufgenommen. Am Montag ist der Großteil der Opfer, die meisten von ihnen Heranwachsende im Alter von 16 bis 20 Jahren, bestattet worden. Militäreinheiten halfen beim Ausheben der Gräber auf dem Friedhof von Santa María.

Eine Verkettung unglücklicher Umstände, mangelnde Sicherheitsvorkehrungen sowie die Missachtung behördlicher Vorschriften haben zu der hohen Zahl von Opfern geführt. Der Feuerwerkskörper setzte die Decke in Brand, die entgegen den Vorschriften mit einem brennbaren Dämmmaterial zur akustischen Isolierung versehen war. Ein Sicherheitsmann und der Sänger der Band versuchten, den Brand zu löschen, doch der Feuerlöscher funktionierte nicht. Es gab nur einen Ausgang, der außerdem zunächst versperrt war, weil Sicherheitsleute glaubten, es gebe eine Schlägerei. Sie wollten dann verhindern, dass Besucher das Lokal verlassen, ohne die Rechnung bezahlt zu haben. Es fehlte an Funkgeräten zur internen Kommunikation des Sicherheitspersonals. Die mangelhafte Kennzeichnung der Wege zum Notausgang führte dazu, dass viele Besucher irrtümlich in die Toilettenräume liefen.

22983661 © AP Vergrößern Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff spendet Angehörigen Trost.

Die giftigen Dämpfe, die nach Ausbruch des Brandes rasch entstanden waren, führten bei der Mehrzahl der Opfer zu einem qualvollen Erstickungstod. Andere wurden in der Panik totgetrampelt. Eine einfache Inspektion durch einen Feuerwehrmann hätte genügt, und das Lokal wäre für Shows geschlossen worden, sagen Fachleute. Die behördliche Betriebsgenehmigung für das Lokal, das mehr als 1000 Personen fasste, war im August vergangenen Jahres abgelaufen. Sie hätte nach Ansicht von Fachleuten nie erteilt werden dürfen.

Inzwischen sind drei Personen festgenommen worden, nach einer vierten wird gefahndet. Über die Identität der Festgenommenen, die offenbar für die Katastrophe verantwortlich gemacht werden, ließen die Behörden zunächst nichts verlauten. Wie brasilianischen Medien jedoch übereinstimmend berichteten, handelt es sich dabei unter anderen um einen der Besitzer der Diskothek sowie ein Mitglied der Band.

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Unterdessen hat Papst Benedikt XVI. in einem Telegramm seine Trauer und Betroffenheit zum Ausdruck gebracht. Das Oberhaupt der katholischen Kirche bete für die Toten und Verletzten. Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone  übermittelte das Telegramm im Namen des Papstes an den Erzbischof von Santa Maria, Hélio Adelar Rubert, teilte der Vatikan mit.

Quelle: F.A.Z. mit FAZ.NET/dpa

 
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