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Deutscher Alpenverein Weniger Unfälle am Berg

 ·  Die Zahl der Bergunfälle mit Verletzten oder Todesopfern ist rückläufig. Allerdings gibt es einen Anstieg von Rettungseinsätzen beim Klettersteiggehen – denn viele Wanderer überschätzen sich.

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Allein in diesem Monat sah es dramatisch aus. Am 3. Juli starben am Lagginhorn im Wallis fünf deutsche Bergsteiger. Am 12. Juli verschüttete eine Lawine am Mont Maudit im Montblanc-Massiv 28 Hochtourengeher, neun von ihnen kamen ums Leben. Zwei Tage später erfroren zwei Menschen unterhalb des Montblanc-Gipfels. In der vergangenen Woche verunglückten drei Deutsche tödlich beim Bergsteigen in Tirol. Das ist wohl Beweis genug: Bergsteigen ist ein gefährlicher Sport.

Und dennoch: Die Bergunfallstatistik 2010/2011, die der Deutsche Alpenverein (DAV) am Donnerstag in München vorstellte, spricht eine andere Sprache. Demnach ist die Quote der Bergunfälle mit Verletzten oder gar Toten rückläufig. Seit 1952 erhebt der DAV in dieser Statistik die Unfälle, die Mitglieder an die Versicherung des Alpenvereins melden, um beispielsweise Bergungskosten erstattet zu bekommen. Obwohl sich die Zahl der Mitglieder in den vergangenen 60 Jahren mehr als verneunfacht hat und der DAV mit rund 900000 Mitgliedern heute die größte Bergsteigervereinigung der Welt ist, blieb die Zahl der Unfälle mit tödlichem Ausgang nahezu konstant. Im vergangenen Jahr kamen 45 DAV-Mitglieder in den Bergen um, 1952 waren es 43. Die bessere Ausrüstung und ein Mentalitätswandel dürften ausschlaggebend sein. Längst zählt Sicherheit mehr als ein heldenhafter Gipfeltriumph.

Auffällig ist aber der starke Anstieg der Rettungseinsätze beim Klettersteiggehen. Seit einigen Jahren erfahren Klettersteige großen Zulauf. Seit 2006 hat sich die Unfallmeldequote verdoppelt, seit 2002 verdreifacht. Notsituationen, in denen die Bergsportler nicht mehr vor oder zurück kommen („Blockierungen“), machen den Hauptanteil der Rettungseinsätze aus. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass die Sportler ihre Kondition und ihr Können überschätzen und den Anforderungen des Klettersteigs nicht gewachsen sind.

Jeder fünfte Unfall durch Herz-Kreislauf-Probleme

Die Selbstüberschätzung spielt auch bei 20 Prozent der Wanderunfälle eine Rolle. Insgesamt ereignet sich etwas mehr als ein Viertel der gemeldeten Unfälle beim Wandern. Mehr als die Hälfte der verunglückten Wanderer stolpern, knicken um oder rutschen aus. Jeder fünfte Wanderunfall von DAV-Mitgliedern hat seine Ursache in Herz-Kreislauf-Problemen. Die Statistik des Österreichischen Kuratoriums für alpine Sicherheit zeigt sogar, dass etwa 60 Prozent der tödlich verlaufenden Wanderunfälle auf Herz-Kreislauf-Probleme zurückzuführen sind.

Je erfahrener Bergsportler sind, desto weniger sind sie von Unfällen und Notfällen betroffen. Neben den ausbildungsintensiven technischen Disziplinen Klettern, Skitouren-Gehen und Bergsteigen/Hochtouren, bei denen sich ein erhöhter Anteil von Unerfahrenen am Unfallgeschehen feststellen lässt, sind viele Bergwanderer der irrigen Ansicht, dass jeder wandern könne. „Auch für das Bergwandern bedarf es einer guten Ausbildung, um Gefahren, die vom Berg ausgehen, richtig einschätzen und sich entsprechend verhalten zu können“, sagt Günther Härter, der zweite Vorsitzende des deutschen Bergführerverbandes. Die von den Bergführern angebotenen Basiskurse haben neben technischen Fertigkeiten zum Bergwandern - und darauf aufbauend für Hochtouren - auch die Tourenplanung und das Wettergeschehen zum Inhalt.

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