Home
http://www.faz.net/-gup-75cn9
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Brand in Behindertenwerkstatt Betreuerin soll Feuer versehentlich ausgelöst haben

Das Feuer in einer Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt, bei dem 14 Menschen ums Leben kamen, ist womöglich durch menschliches Versagen ausgelöst worden. Einem Medienbericht zufolge hatte eine Betreuerin versehentlich an einem Ofen das Gas aufgedreht.

© dapd Vergrößern Der Rauch in der brennenden Behindertenwerkstatt wurde für 14 Menschen zur tödlichen Falle.

Die Brandkatastrophe mit 14 Toten in einer Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt ist womöglich auf menschliches Versagen zurückzuführen. Ein Bedienungsfehler des Gasofens könne als Ursache nicht ausgeschlossen werden, sagte der Freiburger Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier am Donnerstag. Der Südwestrundfunk (SWR) hatte zuvor berichtet, dass die Katastrophe vermutlich durch den Fehler einer Betreuerin verursacht worden sei.

Dem SWR zufolge hatte diese wohl beim Ausschalten eines Gasofens unbeabsichtigt das Gas aufgedreht, weil sie den Drehknopf in die falsche Richtung gedreht hatte. Der Ofen sei für den Weihnachtsmarkt bestimmt gewesen und in der Werkstatt nur probeweise angezündet worden.

Oberstaatsanwalt Maier wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren. Er sagte, ein Bedienungsfehler könne als Ursache zwar nicht ausgeschlossen werden, „aber bestätigen kann ich das auch nicht“. Die Frage nach der Ursache könne erst beantwortet werden, wenn das schriftliche Gutachten des Sachverständigen vorliege. Wie lange das noch dauere, könne derzeit nicht gesagt werden, erläuterte Maier.

Mehr zum Thema

Das Gutachten war im Zusammenhang mit einem eingeleiteten Ermittlungsverfahren in Auftrag gegeben worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen unbekannt wegen fahrlässiger Brandstiftung beziehungsweise fahrlässiger Tötung. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass ein solches Verhalten auch wirklich vorliegt.

Bei dem Brand Ende November waren 13 Behinderte und eine Betreuerin ums Leben gekommen. Bei den Behinderten handelte es sich um zehn Frauen im Alter von 28 bis 68 Jahren sowie drei Männer im Alter von 45 bis 68 Jahren. Aus einem Gasofen im Erdgeschoss der Werkstatt war unkontrolliert Gas ausgeströmt und hatte sich entzündet. Alle Opfer kamen durch Rauchvergiftungen ums Leben.

Wenige Tage nach der Brandkatastrophe hatten rund 1000 Menschen mit einer bewegenden Trauerfeier der Opfer gedacht. Unter den Gästen in der Schwarzwald-Gemeinde waren unter anderen Bundespräsident Joachim Gauck und der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Für den Tag war in ganz Baden-Württemberg Trauerbeflaggung angeordnet.

Quelle: AP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Gasexplosion in Ludwigshafen Haben die Bauarbeiter geraucht?

Noch ist unklar, was die verheerende Gasexplosion in Ludwigshafen verursacht hat. Aber ein Zeuge will vor dem tödlichen Knall etwas Verdächtiges gesehen haben. Die Polizei ermittelt. Mehr

27.10.2014, 13:42 Uhr | Gesellschaft
Thailändische Leihmutter übernimmt behindertes Baby

Eine Thailänderin hat zwei Kinder für ein australisches Paar ausgetragen, doch eines ist behindert und das hatten die Australier ja nicht bestellt. Sie haben den Jungen mit Down-Syndrom bei der Leihmutter gelassen. Mehr

04.08.2014, 17:07 Uhr | Gesellschaft
Urteil in Südafrika Oscar Pistorius zu fünf Jahren Haft verurteilt

20 Monate nach der Tat folgt nun das Strafmaß für Oscar Pistorius: Der wohl bekannteste Prothesen-Sprinter der Welt muss fünf Jahre ins Gefängnis. Er hatte seine Freundin Reeva Steenkamp getötet. Mehr Von Claudia Bröll, Kapstadt

21.10.2014, 10:38 Uhr | Gesellschaft
Mit Delfinen schwimmen

Im National-Aquarium der kubanischen Hauptstadt Havanna unterstützen Delfine behinderte Kinder dabei, ihre Sozialkompetenzen zu verbessern und vermitteln unvergessliche Sinneseindrücke. Mehr

06.08.2014, 12:36 Uhr | Gesellschaft
Nach Tod einer Elfjährigen aus Hessen War Holiday Park-Mitarbeiter ausreichend instruiert?

Seit dem tödlichen Unfall eines Kindes im Holiday Park wird gegen einen zuständigen Mitarbeiter ermittelt. Möglicherweise war dieser jedoch nicht ausreichend in seine Arbeit eingewiesen. Mehr

21.10.2014, 19:16 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 27.12.2012, 13:06 Uhr

Robbie Williams #Nachwuchs

Robbie Williams bleibt sich treu und verbreitet den Namen seines Sohnes über Twitter, Julia Roberts führt ihre straffen Züge auf Yoga zurück und Jennifer Lawrence trennt sich nach nur vier Monaten von Chris Martin – der Smalltalk. Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden