http://www.faz.net/-gum-9139n

Nach Bergsturz in der Schweiz : Suche nach vermissten Wanderern geht weiter

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

In den Schweizer Alpen sinkt die Hoffnung, Überlebende des gewaltigen Bergsturzes zu finden. In der Nacht haben die Retter ihre Suche abgebrochen, am Morgen soll sie wieder beginnen.

          Nach dem gewaltigen Bergsturz im Schweizer Kanton Graubünden haben Hubschraubermannschaften bis in die Nacht nach den acht Vermissten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gesucht. Mit Scheinwerfern und Wärmebildkameras flogen sie das beliebte Wandergebiet im Bondasca-Tal an der italienischen Grenze immer wieder ab, zunächst jedoch ohne Erfolg. Aus Sicherheitsgründen wurde die Suche in der Nacht eingestellt. Sie sollte am Freitag bei Anbruch des Tageslichts fortgesetzt werden.

          In den höheren Lagen zeigte sich ein Bild der Verwüstung, berichteten Retter im Schweizer Fernsehen. Der Schutt türme sich dort 40 bis 50 Meter hoch auf. Die acht vermissten Wanderer und Bergsteiger hätten in der Sciora-Hütte übernachtet und seien am Mittwoch zwei Stunden vor dem Bergsturz losgegangen, berichtete Hüttenwart Reto Salis-Hofmeister dem Sender SRF.

          Schweiz : Ein Berg stürzt ab - Suche nach Vermissten geht weiter

          Angehörige und Polizei konnten sie seit dem nicht mehr erreichen. Zuerst waren Unmengen Fels und Geröll von der Spitze des 3369 Meter hohen Piz Cengalo abgebrochen und ins Tal gedonnert. Anschließend bildete sich ein Murgang, der in seiner Schnelligkeit und seinem Ausmaß die Experten überraschte. Dabei handelt es sich um eine Geröll- und Schlammlawine, die sich mit ungeheurer Kraft ins Tal bewegt und alles zerstört, was im Weg ist. Drohen-Aufnahmen zeigten eine riesige graue Schlammwüste.

          Bild: F.A.Z.

          Genau in dieser Region rund 35 Kilometer südwestlich von St. Moritz lief nach einem früheren Bergsturz 2011 und mehreren Murgängen 2012 ein Forschungsprojekt. Die Arbeitsgemeinschaft Alpenländer hat dort die Ursachen von Fels- und Bergstürzen in Permafrostgebieten erforscht. Im Juli seien die letzten Messungen vorgenommen worden, sagte Martin Keiser, Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden, im Fernsehen SRF. „Deshalb war man auf einen Bergsturz vorbereitet.“

          Die Gletscherschmelze habe zu dem Bergsturz beigetragen, sagte die Permafrostforscherin Marcia Phillips vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung der Zeitung „Tages-Anzeiger“. „Auch der Gletscher am Cengalo ist stark abgeschmolzen und dadurch verlor der Fels eine Stütze und wurde instabiler. Diese Konstellation ist grundsätzlich eine Gefahr im Gebirge.“ Als Alpenland sei die Schweiz vom Klimawandel sogar besonders stark betroffen, heißt es in der Zeitung. „Wer das bezweifelt, ist schlecht informiert oder verfolgt eine politische Mission.“

          Schweiz : Nach Bergsturz in der Schweiz: Fieberhafte Suche nach Vermissten

          Quelle: dpa

          Topmeldungen

          Jamaika-Koalition : Der Grünstreifen am Horizont

          Vor vier Jahren haben die Grünen ihre Chance auf eine Beteiligung an der Regierung vertan. Diesmal wollen sie ernsthaft verhandeln. Das geht nur, wenn die Parteilinken mitmachen. Doch, sind die dazu bereit?
          Die britische Regierungschefin Theresa May und der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bei ihrem Treffen in Brüssel.

          Treffen von May und Juncker : Jetzt aber flott!

          Das Stocken der Brexit-Verhandlungen sorgte zuletzt für viel Kritik. Nun machen Jean-Claude Juncker und Theresa May Dampf. Bis Dezember soll ein Plan für die Scheidung stehen.
          Jordi Ciuxart, Vorsitzender des katalanischen Kulturvereins Omnium Cultural, und ANC-Chef Jordi Sànchez vor dem Gerichtstermin in Madrid.

          Krise in Katalonien : Führende katalanische Separatisten inhaftiert

          Die spanische Staatsanwaltschaft hat zwei katalanische Separatistenführer festnehmen lassen. Auch gegen Polizeichef Josep Lluís Trapero wurde Untersuchungshaft beantragt, er kam gegen Kaution jedoch vorerst frei.
          „Es war eine Landtagswahl“: Merkel am Montag in Berlin

          Nach der Niedersachsen-Wahl : Runter vom Baum und Schwamm drüber

          Die Parteien, die eine schwarz-gelb-grüne Bundesregierung bilden wollen, haben bei der Niedersachsen-Wahl alle verloren. Angeblich schadet das nichts. Denn nach der Wahl ist vor der Sondierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.