http://www.faz.net/-gum-913pv

Baden-Württemberger vermisst : Berichte über neuen Felssturz in Graubünden

  • Aktualisiert am

Nach dem Bergrutsch: Schlamm und Gesteinsbrocken werden in Bondo im Kanton Graubünden von einem Bagger geräumt. Bild: dpa

Die Geröll- und Schlammlawine direkt neben dem Dorf Bondo soll abermals in Bewegung geraten sein. In mehr als 24 Stunden hatten die Retter bisher kein Lebenszeichen von den acht Vermissten entdeckt.

          Zwei Tage nach dem verheerenden Bergsturz in der Schweiz soll abermals Gestein im Hochgebirge abgebrochen sein. Am Freitagnachmittag sei am Berg Piz Cengalo eine neue Staubwolke zu sehen gewesen, berichtete eine Reporterin der Zeitung „Blick“, die im Dorf Bondo nahe der Bergsturz-Stelle war. Die Geröll- und Schlammlawine direkt neben dem Dorf sei abermals in Bewegung geraten.

          Die Kantonspolizei Graubünden konnte die Meldung zunächst nicht bestätigen. Ob sich zu dem Zeitpunkt noch Retter auf der Suche nach den acht Vermissten in dem Gelände aufhielten, war ebenfalls zunächst unklar. Den ganzen Tag wurde dort nach den acht Vermissten gesucht, die seit dem gewaltigen Felssturz im Bondasca-Tal am Mittwoch verschwunden sind. Unter ihnen sind vier Baden-Württemberger.

          Für die Angehörigen der Vermissten war die Hoffnung auf ein glimpfliches Ende bereits vorher deutlich geschrumpft. Die Überlebenschancen sind laut Polizei mittlerweile gering. „Da sucht man jeden begehbaren Winkel ab“, sagte Sprecher Markus Walser. „Doch irgendwann kommt die Zeit, wo man sagt, man hat alles getan.“

          Vermisste Wanderer : Augenzeuge berichtet von Bergrutsch in der Schweiz

          Es gebe immer noch Gebiete, in denen der Zugang für Rettungskräfte zu gefährlich wäre. „Wir haben immer die Gefahr, dass einzelne Felsbrocken herunterkommen könnten“, sagte der Sprecher vor den Berichten über einen neuen Felssturz. Das Tal sei über weite Strecken bis zu 30 Meter hoch zugeschüttet. Die Polizei war mit den Angehörigen in Kontakt. Neben den Deutschen wurden auch zwei Österreicher und zwei Schweizer vermisst.

          Erste Bewohner konnten am Freitag zurückkehren

          Die Wanderer waren am Mittwoch unabhängig voneinander im Bondasca-Tal an der Grenze zu Italien unterwegs, als eine gewaltige Menge Fels von der Spitze des 3369 Meter hohen Piz Cengalo stürzte. Sie waren genau in die Richtung gewandert, die von dem Bergsturz verschüttet wurde, wie der Hüttenwart der Berghütte Sasc Furä der Zeitung „Blick“ sagte.

          Schweiz : Ein Berg stürzt ab - Suche nach Vermissten geht weiter

          Nach dem Bergsturz schob sich eine Geröll- und  Schlammlawine zu Tal, die alles in ihrem Weg fortriss. Die Lawine floss knapp am Dorf Bondo vorbei. Ein Alarmsystem warnte die 100 Einwohner – sie wurden in Sicherheit gebracht. Erste Bewohner konnten am Freitag zurückkehren. Einige Zonen des Dorfes blieben aber gesperrt. Es bestand die Gefahr weiterer Steinschläge.

          Bild: F.A.Z.

          Auch wenn so große Bergstürze wie am Mittwoch äußerst seltene Ereignisse sind, sind sich Experten sicher, dass durch die klimatischen Veränderungen eine höhere Steinschlaggefahr herrscht als früher. Der Fels wird instabil, wenn Permafrost auftaut und Gletscher zurückgehen. Beides haben Forscher des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung in Davos seit Jahren dokumentiert.

          Quelle: dpa

          Topmeldungen

          Artenvielfalt : „Das Problem sind die Monokulturen“

          Ausgeräumte Landschaften und einige Herbizide schaden Insekten, dabei sind die Tiere wichtig für die Landwirtschaft. Ein Gespräch mit Agrarökologe Teja Tscharntke von der Universität Göttingen zum Insektensterben.

          Krise in Katalonien : Artikel 155 und was kommt danach?

          Spaniens Zentralregierung könnte in der Katalonien-Krise Artikel 155 anwenden. Das sei verfassungsrechtliches Neuland, sagt Völkerrechtler Stefan Talmon im Interview mit FAZ.NET. Und er warnt vor einem Bürgerkrieg.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.