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Österreich : Bergsteiger nach vier Tagen aus Spalte gerettet

Ein Bergretter mit einer Stirnlampe sieht am Donnerstag am Dachstein in der Nähe von Gosau (Österreich) in die Felsspalte, in der ein Deutscher gefangen war. Bild: dpa

Ein Deutscher ist am Samstag im oberösterreichischen Dachsteingebirge in eine von Schnee bedeckte Spalte gestürzt. Er überlebte dort vier Tage und wurde jetzt unter schwierigen Umständen geborgen.

          „Ohne die heutige Flugrettung gäbe es so viele Tote, dass das Bergsteigen schon längst verboten wäre“, hat vor wenigen Tagen Reinhold Messner gesagt. Da ging es um eine dramatische Rettung auf dem Mount Kenya im Jahr 1970. Dass es auch heute noch mitten in Österreich Situationen gibt, in denen ein in Not geratener Bergsteiger Glück und eine tüchtige Bergungsmannschaft zu Fuß benötigt, um knapp mit dem Leben davonzukommen, hat diese Woche ein 45 Jahre alter Mann aus Duisburg erfahren. Er ist am Samstag im oberösterreichischen Dachsteingebirge in eine von Schnee bedeckte Spalte gestürzt, überlebte dort vier Tage und wurde in der Nacht zum Donnerstag unter schwierigen Umständen geborgen.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Der Mann war bergerfahren, entsprechend bekleidet und hatte Nahrung und Wasser bei sich. Doch war es erst am Mittwoch gelungen, mit seinem Mobiltelefon Notrufe abzusetzen und per SMS seine Koordinaten durchzugeben. Die konnte er dank eines GPS-Geräts bestimmen. Daraufhin brachen Bergretter in der Nacht zum vermuteten Unfallort auf 2050 Metern Höhe auf, das letzte Stück auf Skiern. Gegen vier Uhr morgens hörte der Vermisste die Rufe und antwortete. Einer der Helfer seilte sich zu ihm ab.

          Der Leiter des Einsatzes, Christian Ecker, sagte der Austria Presse-Agentur: „Er war an der Schulter und am Sprunggelenk verletzt, stark unterkühlt, aber ansprechbar und orientiert. Aber es war für ihn und auch für uns eine sehr emotionale Situation. Denn allen war klar, dass die Chancen aus dieser Lage lebend herauszukommen sehr gering sind.“

          Nach der Bergung durch die Bergretter wurde der Mann mit dem Notfallhubschrauber ins Klinikum Wels gebracht. Am Donnerstagnachmittag teilten die Ärzte mit, der Patient habe sich bei seinem 20 Meter tiefen Sturz „nur“ eine Schulter ausgerenkt und einen Fuß gebrochen. Die Erstversorgung sei optimal gewesen. Der Verletzte habe bei seiner Bergung 34 Grad Körpertemperatur gehabt, als er im Krankenhaus ankam schon ein Grad mehr.

          Quelle: F.A.Z.

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