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Bangladesch : Zahlreiche Tote bei Großbrand in Textilfabrik

  • Aktualisiert am

Feuerwehrleute versuchen den Brand in einer Textilfabrik in Dhaka zu löschen. Bild: dapd

Bei einem Feuer in einer Textilfabrik, die auch für deutsche Unternehmen produzierte, sind in Dhaka über hundert Arbeiterinnen ums Leben gekommen. Der Großbrand war nicht der erste in einer Fabrik in Bangladesch.

          Bei einem Großbrand in einer Textilfabrik in Bangladesch sind unterschiedlichen Angaben zufolge zwischen 104 und 115 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 200 Menschen, vor allem Textilarbeiterinnen, seien mit Brandwunden in Krankenhäuser eingeliefert worden, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr am Sonntagmorgen. Das Feuer war bereits am Vorabend im Erdgeschoss eines neunstöckigen Gebäudes etwa 20 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Dhaka ausgebrochen. Schnell breiteten sich die Flammen auf die anderen Stockwerke aus und schlossen die Arbeiterinnen und Arbeiter ein.

          Mehr als 1000 Menschen sollen nach Behördenangaben beim Ausbruch des Feuers in der Fabrik gearbeitet haben. Einige Frauen sprangen vor Panik aus den Fenstern im oberen Stockwerk, als der Feueralarm losging. Firmenchef Delwar Hossain sprach von einem „schweren Verlust für meine Angestellten und meine Fabrik“, die unter anderem für das Bekleidungsunternehmen C&A arbeitet. Wieso der Brand ausbrach, war zunächst nicht klar. Auch am Sonntagvormittag fanden die Feuerwehrleute weitere Leichen in der Ruine. Die Behörden untersuchen auch die Sicherheitsbestimmungen in der Fabrik.

          Sieben tödliche Brände seit 2005

          Die Textilindustrie ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor Bangladeschs. Die meisten Exporte gehen nach Europa, allein Deutschland importierte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2011 Bekleidung im Wert von 2,8 Milliarden Euro. Der Verband der Textilhersteller und -exporteure in Bangladesch versprach den nun betroffenen Familien Entschädigung.

          Laut einer Studie der Kampagne für Saubere Kleidung kam es seit dem Jahr 2005 zu sieben tödlichen Bränden und Fabrikeinstürzen in Bangladesch, bei denen insgesamt 145 Menschen starben. Die vielen Toten seien mit mangelhaften Sicherheitsmaßnahmen zu erklären. Elektrokabel hingen häufig frei im Raum, Feuerlöscher fehlten, Notausgänge seien verschlossen und Fluchtwege versperrt.

          Erst im September gab es einen verheerenden Brand mit mehr als 259 Toten in einer Textilfabrik in Pakistan. Bangladesch war bis 1971 ein Teil Pakistans. Die pakistanische Unglücksfabrik belieferte auch den deutschen Textildiscounter Kik.

          Bangladesch : Mehr als 100 Tote bei Brand in Textilfabrik nahe der Hauptstadt Dhaka

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