Home
http://www.faz.net/-gup-74l89
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Bangladesch Zahlreiche Tote bei Großbrand in Textilfabrik

Bei einem Feuer in einer Textilfabrik, die auch für deutsche Unternehmen produzierte, sind in Dhaka über hundert Arbeiterinnen ums Leben gekommen. Der Großbrand war nicht der erste in einer Fabrik in Bangladesch.

© dapd Vergrößern Feuerwehrleute versuchen den Brand in einer Textilfabrik in Dhaka zu löschen.

Bei einem Großbrand in einer Textilfabrik in Bangladesch sind unterschiedlichen Angaben zufolge zwischen 104 und 115 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 200 Menschen, vor allem Textilarbeiterinnen, seien mit Brandwunden in Krankenhäuser eingeliefert worden, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr am Sonntagmorgen. Das Feuer war bereits am Vorabend im Erdgeschoss eines neunstöckigen Gebäudes etwa 20 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Dhaka ausgebrochen. Schnell breiteten sich die Flammen auf die anderen Stockwerke aus und schlossen die Arbeiterinnen und Arbeiter ein.

Mehr als 1000 Menschen sollen nach Behördenangaben beim Ausbruch des Feuers in der Fabrik gearbeitet haben. Einige Frauen sprangen vor Panik aus den Fenstern im oberen Stockwerk, als der Feueralarm losging. Firmenchef Delwar Hossain sprach von einem „schweren Verlust für meine Angestellten und meine Fabrik“, die unter anderem für das Bekleidungsunternehmen C&A arbeitet. Wieso der Brand ausbrach, war zunächst nicht klar. Auch am Sonntagvormittag fanden die Feuerwehrleute weitere Leichen in der Ruine. Die Behörden untersuchen auch die Sicherheitsbestimmungen in der Fabrik.

Sieben tödliche Brände seit 2005

Die Textilindustrie ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor Bangladeschs. Die meisten Exporte gehen nach Europa, allein Deutschland importierte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2011 Bekleidung im Wert von 2,8 Milliarden Euro. Der Verband der Textilhersteller und -exporteure in Bangladesch versprach den nun betroffenen Familien Entschädigung.

Laut einer Studie der Kampagne für Saubere Kleidung kam es seit dem Jahr 2005 zu sieben tödlichen Bränden und Fabrikeinstürzen in Bangladesch, bei denen insgesamt 145 Menschen starben. Die vielen Toten seien mit mangelhaften Sicherheitsmaßnahmen zu erklären. Elektrokabel hingen häufig frei im Raum, Feuerlöscher fehlten, Notausgänge seien verschlossen und Fluchtwege versperrt.

Erst im September gab es einen verheerenden Brand mit mehr als 259 Toten in einer Textilfabrik in Pakistan. Bangladesch war bis 1971 ein Teil Pakistans. Die pakistanische Unglücksfabrik belieferte auch den deutschen Textildiscounter Kik.

Beim Brand einer Textilfabrik in Bangladesch sind mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Artikel.Text Video starten $fazgets_pct
© reuters Vergrößern Bangladesch: Mehr als 100 Tote bei Brand in Textilfabrik nahe der Hauptstadt Dhaka

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET mit dpa/AFP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Neu-Isenburg Großbrand in Farbenfabrik

Erst eine laute Explosion, dann steht eine Lagerhalle in Neu-Isenburg in Flammen. Innerhalb weniger Stunden wird ein Millionenwert zerstört. Vorübergehend machen sich die Feuerwehrleute auch Sorgen um die Anwohner. Mehr

22.10.2014, 14:55 Uhr | Rhein-Main
Tote bei Fährunglück in Bangladesch

Das Schiff mit rund 200 Menschen an Bord soll auf bei starkem Wind gekentert sein. Bisher wurden neun Tote geborgen. Mehr

16.05.2014, 09:36 Uhr | Gesellschaft
Feuerwehren im Dauereinsatz Brände verursachen hohe Schäden

Technische Fehler, kaputte Geräte, ein ölgetränkter Lappen: Eine Reihe von Bränden hat bei der Feuerwehr in Hessen für viel Arbeit gesorgt. Mehr

25.10.2014, 15:38 Uhr | Rhein-Main
Überschwemmung in Bangladesch

Starke Regenfälle haben in Bangladesch für Überschwemmungen gesorgt. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen, weil ihre Dörfer überflutet wurden. Mehr

27.08.2014, 09:25 Uhr | Gesellschaft
Gasexplosion in Ludwigshafen Haben die Bauarbeiter geraucht?

Noch ist unklar, was die verheerende Gasexplosion in Ludwigshafen verursacht hat. Aber ein Zeuge will vor dem tödlichen Knall etwas Verdächtiges gesehen haben. Die Polizei ermittelt. Mehr

27.10.2014, 13:42 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 25.11.2012, 10:22 Uhr

Auftritt in UNO-Gebäude Conchita Wurst singt für Ban Ki-moon

Conchita Wurst darf an der Seite des UN-Generalsekretärs singen, Andy Borg kämpft um seinen „Musikantenstadl“ und Julia Roberts führt ihre straffen Züge auf Yoga zurück – der Smalltalk. Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden