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Wolfenbüttel : Balkon stürzt in die Tiefe – neun Verletze

  • Aktualisiert am

Ein blauer Einweghandschuh liegt in Wolfenbüttel vor einem Haus, wo am Vorabend neun Geburtstagsgäste mit einem abgebrochenen Balkon im Innenhof in die Tiefe gestürzt waren. Bild: dpa

Ein Balkon im zweiten Stock eines Fachwerkhauses brach am Samstagabend plötzlich ab und riss neun Partygäste in die Tiefe. Unglücke wie dieses sind auch in Deutschland keine Einzelfälle.

          Es sollte eine fröhliche Partynacht werden, doch sie endete im Krankenhaus: Neun junge Menschen sind Samstagabend in Wolfenbüttel von einem Balkon urplötzlich in die Tiefe gekracht. Sie erlitten teils schwere Verletzungen. Wie es zu dem Unglück in der Altstadt von Wolfenbüttel kommen konnte, ist noch unklar.

          Die sieben Männer und zwei Frauen zogen sich bei dem Unfall vor allem Knochenbrüche zu. Lebensgefährlich verletzt worden sei nach seinem Kenntnisstand niemand, sagte Polizeisprecher Frank Oppermann am Sonntag.

          Helfende wurden in die Tiefe mitgezogen

          Die jungen Leute waren in der Wohnung eines 26 Jahre alten Freundes in einem alten Fachwerkhaus zu Gast gewesen, der am Samstagabend seinen Geburtstag feierte. Nach Zeugenaussagen waren einige zum Rauchen auf den Holzbalkon gegangen, der zwischen drei Hauswänden eingelassen war. Warum der Balkon an einer der Seiten plötzlich nachgab und sich im 90-Grad-Winkel nach unten neigte, sollen nun Bausachverständige klären. Zwei Gäste hätten noch versucht, die Abstürzenden zu halten, sie seien mit in die Tiefe gezogen worden.

          Susanne Steglich wohnt in einem Nachbarhaus. „Ich war schon im Morgenmantel und wollte gerade ins Bett gehen, als ich es ganz laut rumsen hörte“, berichtet sie am Sonntag. Sie habe aus dem Fenster geblickt, aber zunächst nichts sehen können. „Ich hab gleich gedacht, da muss irgendetwas Schreckliches passiert sein. Das hat ganz schön gebebt bei mir in der Stube.“ Die Nachbarin lief auf die Straße, bereits kurze Zeit später trafen die ersten Rettungsdienste ein.

          Partygäste fielen auf Fahrradständer

          Die neun junge Leuten fielen in einem Innenhof unter anderem auf einen Fahrradständer. Bis die Rettungskräfte alle geborgen hatten, habe es einige Zeit gedauert. Die Verunglückten kamen in Krankenhäuser nach Braunschweig, Wolfsburg und Wolfenbüttel. Etliche der anderen rund 20 Partygäste erlitten einen Schock. Nach dem Unfall wurde außer Polizei, Rettungsdiensten, Notärzten und Feuerwehrleuten auch ein Notfallseelsorger zur Unglücksstelle gerufen, der sich um die Betroffenen kümmerte.

          Immer wieder kommt es auch in einem Land wie Deutschland mit seinen relativ hohen Sicherheitsstandards dazu, dass Balkone abbrechen. Im vergangenen Januar stürzte im oberfränkischen Hof ein Ehepaar mit einem Balkon aus dem ersten Stock ab und wurde leicht verletzt. Nach den ersten Ermittlungen waren durchgerostete Stahlträger die Ursache für den Absturz. Was die Ursache beim Balkonsturz in Wolfenbüttel war, ist noch unklar.

          „Heute oder morgen wird sich ein Statiker das Ganze anschauen“, sagte Polizeisprecher Oppermann. Wie alt der etwa acht bis zehn Quadratmeter große Balkon war, sei unbekannt, sagte der Polizeisprecher. Klar sei nur, dass er nachträglich an das mehrere hundert Jahre alte Fachwerkhaus angebaut worden sei. „Einen vergleichbaren Vorfall mit anderen alten Häusern gab es bei uns bisher nicht“, sagte Oppermann.

          Quelle: dpa/lni

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