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Was Leser in Zügen erlebten : „Toll, halber Urlaubstag weg“

  • Aktualisiert am

Fährt wieder: ICE auf der Strecke bei Siegburg, wo ein Böschungsbrand am 7. August für stundenlange Zugausfälle gesorgt hatte. Bild: Reuters

Zug überbucht, keine Sitzplätze, stundenlanger Halt auf freier Strecke - solche Geschichten erzählen viele Bahnfahrer. Wir haben unsere Leser nach ihren Erfahrungen gefragt.

          Acht Stunden hatte die Bahnfahrt von Bernhard Fleischer gedauert, ans Ziel kam er dabei nie. Auf den Text zu seiner chaotischen Bahnfahrt, der am Wochenende in der Sonntagszeitung erschienen war, erhielten wir hunderte Leserkommentare und Zuschriften. Viele erzählten ihre Geschichten über ausgefallene Züge, fehlende Durchsagen, stundenlange Verspätungen. Besonders mangelnde Kommunikation mit den Reisenden bemängeln viele Briefe. Einige sind sehr wütend, wenige nehmen das Erlebte mit Humor. Eine Auswahl.

          Halber Urlaubstag weg

          Im Juli wollten wir unsere Reise um 08:58 Uhr nach Oldenburg in Holstein mit dem ICE antreten. Nach verschiedenen Durchsagen mit mal 15 Minuten, mal 50 Minuten Verspätung bis zum Ausfall beziehungsweise der Gleisänderung war das schon sehr nervig. Dann kam die Durchsage: “Bitte nächsten Zug ICE um 10:09 Uhr auf Gleis 8“, dann Gleis 9, dann endgültig Gleis 1. Alle genervten Reisenden rannten nach Gleis 1. So einen überfüllten Bahnsteig haben wir selten gesehen. Keine Chance auf eine Mitfahrt. Ins Reisezentrum, sehr freundliche Mitarbeiter, Umbuchung mit leider nur einer Reservierung auf einen ICE um 12:58 Uhr. Dieser kam rund zehn Minuten verspätet an. Die Anzeige sprach von geänderter Zugreihung. Also nach Gleisabschnitt F gehechtet. Zug fährt ein, 1. Klasse doch in A. Wieder zurück im Schweinsgalopp. Komplett durchgeschwitzt. Endlich sitzen auf dem einen reservierten Platz, enorme Hitze im Zug, Klimaanlage ausgefallen, juhu. Nach rund 45 Minuten haben uns die sehr netten Zugbegleiter in einen anderen Wagen mit funktionierender Klimaanlage bringen können. Ankunft in Oldenburg (Holst.) um 18:54 Uhr statt 14:37 Uhr. Toll, halber Urlaubstag weg. Michael Schubert

          Der reine Horror

          Unsere Fahrt Rostock – Schwerin dauerte von 12.44 Uhr bis 18.00 Uhr wegen eines Stellwerksausfalls. Der Zug bewegte sich in dieser Zeit nur zwischen Schwerin-Pampow und Holthusen, und zurück (Anm. der Red.: Eine Strecke von etwa fünf Kilometer). Ganze 5 Stunden 15 Minuten!

          Außerdem war die Klimaanlage nicht in Ordnung. Die Temperatur im Abteil betrug circa 30 Grad. Im Bordbistro gab es kein Essen, es gab nur Getränke,warm. (Kühlung ausgefallen). Als alles verkauft war, gab es Tetrapak Mineralwasser gratis. Kurz vor 18.00 als alles sinnlose Hin- und Hergefahre zwischen den beiden Orten selbst den Zuständigen in Berlin auffiel, wurde uns mitgeteilt, dass die Bahn Busse und Taxen bestellt, um von Schwerin nach Hamburg zu kommen. Um 18.00 standen rund 400 Personen am Bahnhof Schwerin und kämpften um Plätze in einem Bus und vier Taxen: davon konnten wir eines ergattern, aufgrund der starken Gehbehinderung meines Mannes.

          Wir waren froh endlich gegen 19.30 Uhr in Hamburg zu sein um den Zug gegen 19.45 Uhr ab Hauptbahnhof zu bekommen. Was sich aber dann abspielte (nach dieser wahren Odyssee), war der reine Horror: Zwei oder drei Züge Richtung Süden (Ruhrgebiet) waren ausgefallen und wir stiegen in einen total überfüllten Zug und kamen um 23.40 Uhr in Essen an. Das es fast zwei Stunden dauerte bis man eine Chance bekam zum WC oder ins Bistro zu kommen, weil die Menschen stehend und hockend zwischen Gepäckstücken die Gänge besetzten, machte das Chaos komplett! Renate Jochem

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