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Argentinien : Notsignale von vermisstem U-Boot empfangen

  • Aktualisiert am

Verschollenes U-Boot „San Juan“ Bild: dpa

An Bord sind 43 Männer und eine Frau. Verloren im Südatlantik. Seit Mittwoch wird ihr U-Boot vor der argentinischen Küste vermisst. Kurze Funksignale lassen Hoffnung keimen.

          Bei der Suche nach dem seit Mittwoch im Südatlantik vermissten U-Boot der argentinischen Marine gibt es einen Hoffnungsschimmer: Es seien Notsignale des U-Bootes mit seiner 44-Personen-Besatzung empfangen worden, teilte das argentinische Verteidigungsministerium mit. Sieben Satelliten-Anrufe seien am Samstag versucht worden, der Kontakt habe aber nicht hergestellt werden können. Die Signale seien aber ein Zeichen dafür, dass das U-Boot anscheinend aufgetaucht sei, sagte der Sprecher der argentinischen Kriegsmarine, Kapitän Enrique Balbi. Hohe Wellen von sechs bis sieben Metern könnten die Verbindung stören. „Wir schließen aber nichts mehr aus“, sagte Balbi am Sonntagabend. Es sei auch möglich, dass das U-Boot auf dem Meeresgrund liege.

          Seit Mittwochvormittag gab es keinen Kontakt zu der „ARA San Juan“. Schlechte Sicht- und Wetterverhältnisse mit sechs Meter hohen Wellen erschwerten die Suchaktion. Daran waren Flugzeuge und Schiffe der argentinischen Streitkräfte sowie ein Flugzeug der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa und ein weiteres Flugzeug aus den Vereinigten Staaten beteiligt.

          Eine Hypothese der argentinischen Marine ist ein technisches Versagen bei dem U-Boot, etwa ein Problem mit der Stromversorgung. In diesem Fall sieht das Protokoll der Marine das Auftauchen des U-Boots an die Oberfläche vor. Normalerweise muss das U-Boot alle 48 Stunden seine Position durchgeben.

          „Ihre Liebe ist das Meer“

          Die „ARA San Juan“ war auf dem Rückweg von einem Routineeinsatz zu ihrem Stützpunkt in Mar del Plata, etwa 400 Kilometer südlich der Hauptstadt. An Bord ist auch der erste weibliche U-Bootoffizier Argentiniens und ganz Südamerikas, die 35-jährige Eliana Krawczyk. Sie stammt aus der Provinz Misiones tief im argentinischen Hinterland. Der argentinischen Presse sagte sie einmal, dass sie bis zum Alter von 21 Jahren noch nie das Meer gesehen habe. Über eine Anzeige der Streitkräfte im Internet fand sie dann zur Marine. „Ihre Liebe ist das Meer“, sagte ihr Vater Eduardo Krawczyk.

          Im Hafen von Mar de Plata versammelten sich am Wochenende Angehörige der U-Boot-Fahrer. Sie wurden dort von Psychologen und Therapeuten betreut. „Wir arbeiten hart daran, es zu orten und übermitteln den Familien der 44 Besatzungsmitglieder die Hoffnung, dass sie sie in Kürze wieder bei sich daheim haben können“, schrieb Verteidigungsminister Aguad in seinem Tweet.

          Papst Franziskus, ein Argentinier, betete nach eigenen Angaben für die 44 Seeleute und deren Familien.

          Das „ARA San Juan“ ist ein U-Boot mit diesel-elektrischem Antrieb der Klasse TR-1700. Es wurde in Auftrag der argentinischen Kriegsmarine von den damals dem Thyssen Konzern gehörenden Nordseewerken in Emden gebaut und war 1983 von Stapel gelaufen. 2014 waren die Batterien des U-Boots in einer argentinischen Werft renoviert worden.

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