Neue heftige Erdstöße haben am Dienstagabend den Osten Algeriens erschüttert, mindestens drei Menschen getötet und weitere 200 verletzt. Das teilte das algerische Innenministerium nach Berichten des staatlichen Fernsehens mit.
Das Erdbeben hatte nach Angaben aus Algier die Stärke 5,7 auf der Richter-Skala und erschütterte die Erde rund zehn Sekunden lang. Das Epizentrum lag nach Angaben aus Algerien bei der Stadt Zemmouri im verwaltungsbezirk Boumerdès. Die meisten Opfer seien nur leicht verletzt worden. In der Panik hätten viele einen Schock erlitten, hieß es. In der Ortschaft Réghaïa sei ein fünfzehnstöckiges Gebäude eingestürzt. Drei Bewohner, die noch Sachen aus dem bereits geräumten Haus holen wollten, seien unter den Trümmern begraben worden. Die Behörden riefen die Menschen auf, Ruhe zu bewahren. Besonders in Algier waren Bewohner von Hochhäusern in Panik die Treppen hinuntergestürzt.
Noch immer Suche nach Vermißten
Erst in der vergangenen Woche waren bei einem schweren Beben der Stärke 6,2 mehr als 2.100 Menschen ums Leben gekommen und 9.000 verletzt. Noch immer werden unter den Trümmern hunderte vermisst. Tausende Menschen wurden obdachlos und leben in Zelten oder improvisierten Unterkünften.
Seit dem schweren Beben am Mittwochabend kommt es immer wieder zu teilweise heftigen Nachbeben. Erst am Montagabend wurde die Küstenstadt Zemmouri in der Nähe des ersten Epizentrums erschüttert. Dieser Erdstoß wurde mit einer Stärke von 4,1 auf der Richterskala gemessen. Er war auch in der 70 Kilometer weiter westlich gelegenen Hauptstadt Algier zu spüren. Nach Angaben des algerischen Zentrums für Geophysik können die Nachbeben noch mehrere Wochen lang andauern.