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14 Tote in Behindertenwerkstatt Noch nach Stunden rauchte es

 ·  Beim Brand in einer Behindertenwerkstatt im Schwarzwald sind 14 Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer war offenbar in einem Lagerraum ausgebrochen. Dort soll es zu einer Explosion gekommen sein.

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© dpa Vergrößern Großeinsatz der Feuerwehr in Titisee-Neustadt

Gegen 15.10 Uhr bekam der Bürgermeister von Titisee-Neustadt, Armin Hinterseh, eine alarmierende Nachricht: Im Gewerbegebiet des beliebten Wintersportortes im Schwarzwald, 30 Kilometer südöstlich von Freiburg gelegen, gebe es einen Großbrand. Das Gewerbegebiet liegt am Ortseingang von Neustadt.

Hinterseh konnte da noch nicht ahnen, welche Katastrophe sich in seiner Gemeinde ereignet hatte. Um 15.40 Uhr gab dann der Sprecher der Freiburger Polizei, Marco Troll, eine schreckliche Nachricht bekannt: In einer Behindertenwerkstatt der Caritas seien durch einen Großbrand 14 Menschen ums Leben gekommen und zahlreiche weitere schwer verletzt worden.

© dpa, Reuters Vergrößern Titisee-Neustadt: 14 Tote bei Brand in Behindertenwerkstatt

Die Behindertenwerkstatt ist eine Zweigstelle der Freiburger Caritas-Werkstätten. 120 Menschen mit „geistiger oder mehrfacher Behinderung“ arbeiten dort jeden Wochentag in einem dreistöckigen modernen Flachbau. Die Behinderten bearbeiten Holz oder Metall, es gibt einen Bereich für Elektromontage und einen für Konfektionierung. Um 14 Uhr muss im Lagerraum ein Feuer ausgebrochen sein, das schnell auf den Dachstuhl des mit einer modernen Brandmeldeanlage ausgestatteten Gebäudes übergriff.

Viele Behinderte gerieten in Panik

In einem Lagerraum soll es zu einer Explosion gekommen sein. Möglicherweise wurden in dem Raum auch Chemikalien gelagert. Die Brandmeldeanlage löste bei der Leitstelle in Freiburg Alarm aus. Als die ersten Feuerwehrleute eintrafen, quoll dichter Rauch aus dem Dachstuhl, hilflose, panische Menschen standen an den Fenstern und schrieen um Hilfe. Polizei und Feuerwehr mussten Verstärkung anfordern. Bei Ausbruch des Feuers waren nach ersten Schätzungen etwa 50 Menschen in dem Gebäude. Die Feuerwehrleute konnten sich nur mit schweren Atemschutzgeräten Zugang in das Gebäude verschaffen. Mehrere Notärzte und Rettungsfahrzeuge sowie ein Hubschrauber waren im Einsatz.

Auch Stunden nach Ausbruch des Feuers drang noch Rauch aus dem Gebäude. Viele Behinderte seien wegen der Flammen in Panik geraten. „Wir haben hier mit Menschen zu tun, die naturgemäß nicht rational reagieren“, sagte Kreisbrandmeister Alexander Widmaier. Als Bürgermeister Armin Hinterseh im Gewerbegebeit Bildstöckle eintraf, bot sich ihm ein Bild des Grauens. „Wir können noch nicht viel sagen, es sind 14 Tote, die Brandursache ist unklar“, sagte ein Sprecher der Polizei dieser Zeitung. Um 16.45 Uhr schafften es die Feuerwehrleute, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Die Bergungsarbeiten in dem Gebäude seien abgeschlossen. „Das Gebäude ist leer, es gibt keine weiteren Toten“, sagte ein Polizeisprecher.

Kretschmann reist per Hubschrauber an

Das Unglück löste bundesweit Entsetzen und Trauer aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erkundigte sich laut Regierungssprecher Steffen Seibert bei dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne), über die Katastrophe. „Sie ist tief erschüttert, sprachlos und fassungslos angesichts dieser schrecklichen Ereignisse“, sagte Kretschmann.

Er und Landesinnenminister Reinhold Gall (SPD) waren mit einem Hubschrauber zum Unglücksort geflogen, der rund 40 Kilometer östlich von Freiburg im Breisgau liegt. „Der Brand ist eine Katastrophe für die Betroffenen, für den Ort und ganz Baden-Württemberg, sagte Kretschmann. „Solche Schicksalsschläge sind schwer zu verkraften.“ Er dankte den Einsatzkräften, die so rasch zur Stelle gewesen seien.

Auch Bundespräsident Joachim Gauck gedachte der Opfer. „Ich denke an die armen Menschen, die Opfer zu beklagen haben“, sagte Gauck am Montagabend in Duisburg zum Abschluss seines Antrittsbesuchs in Nordrhein-Westfalen. Er habe mit Kretschmann telefoniert und sein Beileid ausgedrückt.

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