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Bali : 14.000 Anwohner fliehen vor drohendem Vulkanausbruch

  • Aktualisiert am

Der Mount Agung brach zuletzt vor 53 Jahren aus. Bild: AFP

Die balinesischen Behörden rechnen mit einer plötzlichen Eruption des Vulkans Mount Agung. Über 14.000 Anwohner haben bereits ihre Häuser verlassen, Tausende Helfer sind im Einsatz.

          Aus Furcht vor einem gewaltigen Vulkanausbruch haben sich auf der indonesischen Urlauberinsel Bali mehr als 14.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Befürchtet wird, dass der 3030 Meter hohe Mount Agung nach tagelangem heftigen Brodeln im Inneren nun jederzeit ausbrechen kann. Es wäre das erste Mal seit mehr als einem halben Jahrhundert. Damals kamen mehr als tausend Menschen ums Leben. Rund um den Berg gilt seit Freitagabend Warnstufe vier, die höchste aller Warnstufen.

          Der Mount Agung (in der Landessprache: Gunung Agung) ist der höchste Berg auf Bali. Der nahezu kegelförmige Vulkan liegt im Nordwesten der Insel, recht weit entfernt von den bekannten Urlaubszentren um die Städte Kuta und Ubud. Mit dem Auto sind es dorthin mehr als zwei Stunden. Trotzdem sind an dem Vulkan immer wieder auch ausländische Besuchergruppen unterwegs. Nach Bali kommen mehr als fünf Millionen Urlauber pro Jahr.

          Rund um den Vulkan gilt nun im Umkreis von bis zu zwölf Kilometern eine Sperrzone, deren Betreten verboten ist. Der Vulkanforscher Gede Suantika, der für Indonesiens Regierung arbeitet, sagte: „Die Lage ist beunruhigend. Es gibt die Sorge, dass es zu einer plötzlichen Eruption kommt.“

          Mehr als 10.000 Helfer sind im Einsatz

          In der Nähe des Vulkans leben insgesamt etwa 80.000 Menschen, viele unter ärmlichen Bedingungen. Mehr als 14.000 von ihnen mussten ihre Unterkünfte verlassen. Mit Lastwagen der Regierung wurden sie in Not-Quartiere gebracht, die in Schulen, Sporthallen und auch auf dem offenen Feld eingerichtet wurden. Dort wurden sie mit Lebensmitteln und Wasser versorgt. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde sind mehr als 10.000 Helfer im Einsatz.

          Eine Notunterkunft in Klungkung auf der Insel Bali
          Eine Notunterkunft in Klungkung auf der Insel Bali : Bild: dpa

          Das Auswärtige Amt empfahl deutschen Bali-Urlaubern, sich möglichst noch vor Abflug mit ihrem Reiseveranstalter in Verbindung setzen. In den offiziellen Reisehinweisen hieß es am Samstag: „Reisenden in den betroffenen Gebieten wird empfohlen, die lokalen Medien zu verfolgen und den Anweisungen lokaler Behörden Folge zu leisten.“ Australien - eines der wichtigsten Herkunftsländer von Bali-Urlaubern - riet vom Besuch der Insel sogar ab.

          Für Urlauber soll keine Gefahr bestehen

          Ein Sprecher der Einsatzkräfte betonte jedoch, dass für Urlauber aktuell keinerlei Gefahr bestehe. „Die Leute können immer noch nach Bali kommen, um die Schönheit der Natur, die Kultur, die Küche und andere Dinge zu genießen“, sagte Sprecher Putu Juli Adnyana. „Unser Fokus liegt darauf, die Anwohner aus der Gegend zu bringen.“ Der Flugverkehr lief am Samstag weiterhin normal.

          Zuletzt war der Mount Agung 1964 ausgebrochen. Der Inselstaat Indonesien mit seinen mehr als 250 Millionen Einwohnern liegt auf dem Pazifischen Feuerring. In dem Gebiet treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander, es kommt oft zu Erdbeben und vulkanischen Eruptionen. In Indonesien gibt es insgesamt etwa 130 aktive Vulkane.

          Quelle: dpa

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