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Waldbrände in Russland Medwedjew hebt Ausnahmezustand teilweise auf

12.08.2010 ·  In drei von sieben stark betroffenen Waldbrandregionen hat der russische Präsident den Ausnahmezustand aufgehoben. In den Gebieten um Moskau bleibt die Lage aber angespannt. Auch in der Nähe von Tschernobyl brennt es noch immer.

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Nach einer ersten leichten Entspannung bei den schweren Waldbränden in Russland hat der russische Präsident Dmitri Medwedjew in drei von sieben Regionen den Ausnahmezustand aufgehoben: in den Verwaltungsbezirken Wladimir, Woronesch und Mari El. In den Gebieten um Moskau und Nischni Nowgorod sowie in der russischen Teilrepublik Mordwinien und in der Region Rjasan bleibe die Lage aber angespannt, sagte Medwedjew. Zuvor hatte das Zivilschutzministerium mitgeteilt, dass sich die Gesamtzahl der Feuer in Russland auf 560 verringert habe. Der russische Präsident ordnete außerdem an, dass strategisch wichtige Objekte des Landes mit zusätzlichen Feueralarmanlagen und Brandschutzvorrichtungen ausgestattet werden. Dabei gehe es um einen besseren Schutz von Objekten, die für die Sicherheit Russlands absolut wichtig seien, sagte Medwedjew.

Angesichts der schweren Ernteeinbußen und der seit Monaten andauernden Dürre warnte der Präsident Spekulanten vor Preistreiberei bei Lebensmitteln. Medien hatten berichtet, dass Brot und Mehl, aber auch viele andere Produkte, um bis zu 20 Prozent teurer geworden seien. Medwedjew forderte die Staatsanwaltschaft auf, die Geschäftemacher zu bestrafen. Nach Schätzungen von Experten wird Russland in diesem Jahr erstmals seit langem nicht genug Getreide einfahren, um den Eigenbedarf von gut 70 Millionen Tonnen zu decken. Allerdings verfügt das Land über ausreichend Reserven. Den Prognosen zufolge wird nunmehr eine Ernte von 60 Millionen Tonnen erwartet. Zum Vergleich: Im vorigen Jahr waren es noch 97 Millionen Tonnen. Analysten hatten einen Anstieg der Preise und der Inflation erwartet. Der Gesamtschaden der schlimmsten Wald- und Torfbrände der russischen Geschichte wird auf bis zu 25 Milliarden Euro geschätzt.

Torffeuer 60 Kilometer südlich von Tschernobyl

Russland schickte zudem einen speziellen Feuerlöschzug und Luftunterstützung zum Schutz der atomaren Forschungsanlage von Sarow, rund 500 Kilometer östlich von Moskau, in das Gebiet. Dort war am späten Mittwochabend ein neues Feuer ausgebrochen. Nach Angaben der Behörden wurden die Einsatzkräfte auf 3400 aufgestockt. Ein weiterer Spezialzug sei unterwegs. Die Züge verfügen über riesige Mengen an Löschwasser und spezielle Schläuche. Eine Sprecherin der Forschungsanlage sagte, auf dem Gebiet der atomaren Anlage selbst gebe es keine Brände und auch das Personal sei nicht in Sicherheit gebracht worden.

Unterdessen gibt es in der Ukrainenach Angaben des Katastrophenschutzministeriums nur 60 Kilometer südlich der stillgelegten Atomanlage von Tschernobyl ein Torffeuer. Eine Ministeriumssprecherin sagte am Donnerstag, das Feuer brenne auf einer Fläche von zwei Hektar und sei bereits am Montag in der Ortschaft Sosniwka ausgebrochen. Es werde aber noch am Donnerstag oder am Freitag gelöscht sein und stelle „keine Gefahr“ für die Bevölkerung dar, hieß es. Die russischen Behörden erklärten am Donnerstag zudem, auf russischer Seite sei die Strahlung in den von der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl verseuchten Gebieten auf einem „normalen Niveau“.

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