09.12.2005 · Die zum Vanuatu-Archipel im Südpazifik gehörende Insel Ambae ist in Aufruhr: Der Vulkan Manaro bricht aus und spuckt Gase und Asche kilometerhoch in die Luft. Die Hälfte der rund 10.000 Inselbewohner wurde in Sicherheit gebracht.
Im südpazifischen Inselstaat Vanuatu ist am Donnerstag der Vulkan Manaro ausgebrochen und hat Dampf und giftige Gase ausgespien. Aus Angst vor einer gewaltigen Schlammlawine brachten die Behörden auf der Insel Ambae in den vergangenen Tagen schon Tausende Menschen in Sicherheit.
Der Manaro sei derzeit einer der gefährlichsten Vulkane der Welt, sagte der örtliche Vulkanologe Douglas Charlie. Eine Explosion im Krater könnte einen riesigen Erdrutsch auslösen. Die giftigen Gase schossen bis zu 3000 Meter in die Höhe, über der Insel ging ein Ascheregen nieder. Die Bäume am Rand des Kraters sind abgestorben, an den Hängen des Manaro sind die Pflanzen von grauer Asche bedeckt. Das einst blaue Wasser des Sees Vui im Vulkankrater hat sich in eine braune, schlammige Brühe verwandelt.
„So etwas noch nie erlebt“
Die Hälfte der rund 10.000 Einwohner von Ambae, die in unmittelbarer Umgebung des Vulkans leben, mußten ihre Häuser verlassen. Vor der Küste lagen vier Schiffe vor Anker, um die Einwohner bei Gefahr in Sicherheit zu bringen. Zwei Krankenhäuser wurden evakuiert; in der Hauptstadt Port Vila wurde ein Team von Medizinern in Bereitschaft versetzt, um im Notfall sofort nach Ambae zu fliegen. „Das ist die größte Evakuierung, die es auf dieser Insel jemals gab“, sagte der 42 Jahre alte Obed Tabi. „So etwas habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen.“
Die Eruptionen seien bislang nur schwach, erklärte der neuseeländische Vulkanologe Brad Scott. Die seismologischen Daten deuteten auch nicht auf einen gewaltigen Ausbruch hin. Der Manaro spuckt seit Ende November Asche und Gesteinbrocken in die Luft.
Vanuatu liegt nordöstlich von Australien und besteht aus mehr als 80 Inseln. Auf dem Archipel leben rund 200.000 Menschen. Der Manaro brach zuletzt 1995 aus.