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Unwetter „Der Schaden ist schockierend“

07.11.2005 ·  In den amerikanischen Bundesstaaten Kentucky und Indiana hat ein schwerer Tornado weite Landstriche und mehrere Ortschaften verwüstet. Es gab mindestens 22 Tote. Die Menschen wurden im Schlaf von dem Sturm überrascht.

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Ein Tornado hat in den Vereinigten Staaten mindestens 22 Menschen in den Tod gerissen sowie etwa 230 Personen verletzt. Es sei der schlimmste Tornado seit mehr als sieben Jahren gewesen, hieß in Medienberichten. Fachleute stuften ihn in die F3-Kategorie auf einer bis 5 reichenden Skala ein. Rettungsteams suchten auch in der Nacht zum Montag Evansville immer noch nach Überlebenden.

35.000 Menschen wurden an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Indiana und Kentucky gegen zwei Uhr morgens im Schlaf von dem verheerenden Sturm überrascht. Hunderte Häuser wurden teilweise völlig zerstört. Rund 21.000 Haushalte waren oder sind immer noch ohne Strom. „Der Schaden ist schockierend“, sagte der stellvertretende Feuerwehrchef im Bezirk Henderson, Chad Bennett, im amerikanischen Fernsehen.

Winde wurden immer schneller

Der Tornado brach mit einer Wirbelgeschwindigkeit von 100 Kilometern in der Stunde über die Region herein. Schon am Samstag hatte es in Indiana starke Winde gegeben. „Dann sind die Winde schneller und schneller geworden“, sagte Matt Timmel von der Feuerwehr im Bezirk Warrick. Der Nationale Wetterservice hatte eine halbe Stunde vor dem Eintreffen des Tornados mehrere Unwetterwarnungen.

Als am Sonntag die Sonne aufging, wurde das Ausmaß der Verwüstung in den Bezirken Henderson, Vanderburgh und Warrick erst sichtbar. In einem ein Kilometer breiten und 30 Kilometer langen Korridor waren zahlreiche Häuser dem Erdboden gleichgemacht. Von einem größeren Wohnhaus wurde eine Etage komplett abgerissen. Umgestürzte Bäume blockierten die Straßen, und Autos, die offensichtlich wie Spielzeug durch die Luft gewirbelt worden waren, lagen zerstört auf dem Dach.

Pferde verendeten auf einer Rennbahn

Menschen irrten fassungslos durch ihre Siedlungen. Augenzeuge Michael Kleeman wollte noch mit dem Auto fliehen, als der Tornado hereinbrach. „Ich dachte, mein Trommelfell platzt, als die Scheiben des Autos zerbrachen - ich dachte, wir fliegen gleich in die Luft“, sagte er. Der Wirbelsturm verwüstete in der Stadt Evansville einen ganzen Wohnwagenpark. Einige Wohnwagen seien vom Wind hochgerissen und in einen nahen See geweht worden, so Augenzeugenberichte. „Ich kann kaum beschreiben, wie schlimm es hier aussieht“, sagte der Polizeichef des Bezirks Vanderburgh, Eric Williams.

Zwischen den Städten Evansville und Henderson wurde eine Pferderennbahn nahezu zerstört. Der Tornado verwüstete die Hälfte der Zuschauertribüne und einige Pferdeställe. Viele Tiere verendeten in den Scheunen. Im Warrick-Bezirk wurde der Ausnahmezustand erklärt. Nach Behördenangaben soll die Nationalgarde im Krisengebiet aktiviert werden.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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