10.04.2010 · Das Flugzeug, in dem Lech Kaczynski und 95 weitere Menschen ums Leben kamen, war fast 20 Jahre alt und sollte bald ausgetauscht werden. Seit dem Jungfernflug der TU-154 1968 waren rund 900 Maschinen dieses Typs gebaut worden, auffallend häufig war er in Kollisionen verwickelt.
Von Uta RascheDie Tupolew TU-154 ist ein Verkehrsflugzeug mittlerer Reichweite mit drei Triebwerken, das in der früheren Sowjetunion gebaut wurde. Sie ähnelt in Form und Größe am ehesten der Boeing 727. Ihr Fahrwerk ist im Gegensatz zu westlichen Maschinen jedoch so robust gebaut, das sie auch auf unbefestigten Pisten landen kann. Die TU-154 fliegt knapp 1.000 Kilometer pro Stunde und hat je nach Zuladung eine Reichweite zwischen 3.500 und 5.300 Kilometer. Als Passagierflugzeug bietet sie 180 Personen Platz. Die Maschine flog erstmals 1968, 900 Flugzeuge dieses Typs wurden insgesamt gebaut.
Zwei der letzten im Jahr 2006 hergestellten Exemplare gingen an Kuban Airlines. Während die russische Fluggesellschaft Aeroflot Ende 2009 den letzten Inlandsflug mit einer TU-154 absolvierte und seither auf Airbus A-320 umstellt, sind TU-154 noch bei vielen kleineren Fluggesellschaften Osteuropas in Betrieb. Da aus der Vorwende-Zeit keine gesicherte Unfallstatistik existiert, ist ein korrekter Vergleich der Absturzhäufigkeit der TU-154 mit Boeing-Modellen nicht möglich. Auffallend ist jedoch die hohe Zahl von Kollisionen, in die Maschinen vom Typ TU-154 verwickelt waren.
Aeroflot hat vor kurzem ihre TU-154 außer Dienst gestellt
Der in Europa bekannteste Fall ist der Zusammenstoß einer Tupolew von Bashkirian Airlines mit einer Frachtmaschine des Paketdienstes DHL im Jahr 2002 bei Überlingen am Bodensee. Dabei kamen alle 69 Insassen ums Leben. Auch 1997 gab es einen folgenschweren Zusammenstoß. Dabei kollidierte eine TU-154 der deutschen Luftwaffe über dem Südatlantik mit einer US-Transportmaschine vom Typ C-141 Starlifter. Grund war ein Fehler des Bundeswehr-Piloten. Bei dem Unglück kamen alle 24 Menschen an Bord der Tupolew und neun in der amerikanischen Maschine ums Leben. Die meisten verunglückten Flugzeuge dieser Baureihe in den vergangenen Jahren waren aber osteuropäische und iranische. Die russische Luftfahrtgesellschaft Aeroflot hat kürzlich ihre Tupolew TU-154-Flotte außer Dienst gestellt.
Die im westrussischen Smolensk abgestürzte TU-154 des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski war fast 20 Jahre alt. Die Regierung in Warschau erwog wohl schon seit längerem einen Austausch der Flugzeuge dieser Reihe, mit denen die führenden Politiker des Landes fliegen. Bisher fehlte aber das Geld dafür. Bei dem Absturz nahe des Flughafens des westrussischen Smolensk, bei dem Lech Kaczynski und 95 weitere Menschen starben, gilt bislang ein Fehler des Piloten als Unglücksursache.
Interessant…
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- 10.04.2010, 18:02 Uhr
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