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Trotz Rettungsaktion 60 Bootsflüchtlinge vor Teneriffa ertrunken

19.07.2007 ·  Vor der Küste Teneriffas ist ein mit 105 Menschen besetztes Flüchtlingsboot aus Afrika gekentert. In der schweren See konnten nicht einmal die Hälfte der Insassen gerettet werden. Für die Vermissten besteht kaum noch Hoffnung.

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Bei einem der schlimmsten Flüchtlingsdramen auf der Route zwischen Westafrika und den Kanarischen Inseln sind vermutlich fast 60 Menschen ertrunken. Ihr Boot sei in der Nacht zum Donnerstag rund 170 Kilometer vor der Küste Teneriffas gekentert, als ein Rettungskreuzer die in Seenot geratenen Afrikaner an Bord nehmen wollte, teilten die Behörden in Santa Cruz mit.

Von den etwa 105 Insassen wurden 48 gerettet, die übrigen verschwanden in den Fluten. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte schwere See mit Sturm und vier Meter hohen Wellen. Für die Vermissten bestehe kaum noch Hoffnung, hieß es. Eine Suchaktion mit mehreren Schiffen und Flugzeugen sowie einem französischen Flugzeugträger blieb auch nach mehreren Stunden ohne Erfolg.

Riskante Rettungsaktion

Das vermutlich aus Mauretanien oder Senegal kommende Flüchtlingsboot war von einem Flugzeug der Luftwaffe gesichtet worden, sagte Spaniens oberster Polizeichef Joan Mesquida. Als später ein Schiff der Seenotrettung eintraf und damit begann, die Afrikaner an Bord zu nehmen, seien die Insassen so unruhig geworden, dass sie das überfrachtete Boot zum Kentern brachten, hieß es weiter. Die Retter warfen den Menschen im Wasser Schwimmwesten zu, doch für etliche der Schiffbrüchigen war es schon zu spät. Viele der aus Afrika kommenden Flüchtlinge können nicht schwimmen. Die Rettungsaktion sei hoch riskant gewesen, sagte der Präfekt der Kanaren, José Segura. Den Überlebenden gehe es gut.

Bei einem weiteren Flüchtlingsdrama waren schon am Mittwoch vermutlich 17 Flüchtlinge zwischen Libyen und Süditalien ertrunken, nur fünf der Leichen konnten bisher geborgen werden. Zudem hatten mehrere Immigranten ein tunesisches Fischerboot gekapert und aufgefordert, Lampedusa anzusteuern. Nachdem das Boot die Nacht in internationalen Gewässern gelegen hatte, willigten die Einwanderer am Morgen nach langen Verhandlungen ein, die nordafrikanische Küste anzusteuern.

3000 tote Bootsflüchtlinge im vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahr waren 31.000 illegale Einwanderer aus Afrika mit kleinen Booten auf die Kanaren gelangt. Nach Angaben von Hilfsorganisationen bezahlten rund 3000 weitere den Traum von einem besseren Leben in Europa mit dem Leben. Trotz verschärfter Kontrollen im Atlantik haben auch dieses Jahr schon mehrere Hundert Flüchtlinge die spanische Inselgruppe erreicht. Am Donnerstag gelang es einer Gruppe Algeriern überdies, mit einem Boot auf die Ferieninsel Mallorca zu gelangen. Zehn von ihnen wurden aufgegriffen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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