08.08.2006 · Es war das schlimmste Wochenende des Jahres. Im Norden Spaniens und Portugals sind noch immer zahlreiche Waldbrände außer Kontrolle. Die Regierung vermutet „Feuer-Terrorismus“: Brandstiftung „kriminellen Ursprungs“.
Bei den Waldbränden im nordspanischen Galicien ist in der Nacht zu Montag erneut ein Mensch ums Leben gekommen. Ein 74jähriger hatte nach Behördenangaben vergeblich versucht, einen Brandherd in Cercedo
rund 40 Kilometer nördlich der Pilgerstadt Santiago de Compostela zu löschen. Bereits am Freitag waren zwei Menschen in einem Auto vom selben Feuer erfaßt und verbrannt worden.
In ganz Galicien wüteten am Montag insgesamt noch 79 Brände, von denen 44 außer Kontrolle waren. In Portugal kämpften nach Behördenangaben knapp 600 Feuerwehrleute gegen sechs Brände im Norden und im Zentrum des Landes, die außer Kontrolle geraten waren.
Verdacht des Feuer-Terrorismus
Eine Sprecherin der galicischen Regionalregierung sagte, die Leiche des 74jährigen sei nahe der Dorfkirche verkohlt gefunden worden. Der Mann habe versucht, sein Haus vor den nahenden Flammen zu schützen. Bis Sonntagmorgen zerstörte der Brand mehr als 3000 Hektar Vegetation. Galiciens Regionalpräsident Emilio Perez Tourino äußerte den Verdacht, die Mehrzahl der Brände sei zweifellos „kriminellen Ursprungs“.
Ein Sprecher der Regionalregierung kündigte eine „Schlacht ohne Waffenruhe“ gegen die von ihm als
„Feuer-Terrorismus“ bezeichnete Brandstiftung an. Spanien erlebt bereits das dritte Jahr in Folge eine sommerliche Rekordhitze, die die Brände anfacht. Im vergangenen Jahr hatten verheerende Waldbrände in Spanien mehr als 160.000 Hektar Land zerstört.
Schlimmstes Wochenende des Jahres
In Norden Portugals kämpften rund 250 Feuerwehrmänner gegen mehrere Brände. Im Bezirk Valongo nahe der nordportugiesischen Stadt Porto kam das Feuer einem Wohngebiet bedrohlich nahe. „Die Leute sind sehr beunruhigt, weil die Flammen sich ihren Häusern nähern“, sagte ein Feuerwehrmann der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa. Auch die Bezirke Braga, Villa Real, Viseu, Leiria und Guarda meldeten Feuerherde.
Mit 26 größeren Bränden am Sonntagabend war es für Portugals Feuerwehr das schlimmste Wochenende dieses Jahres. Die Feuerwehr ist seit Mittwoch wegen der anhaltend hohen Temperaturen in höchster Alarmbereitschaft: Am Sonntag war es bis zu 42 Grad Celsius heiß, für Montag waren 40 Grad vorausgesagt.