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Nach Erdbeben in Japan Beschädigtes Kraftwerk fällt für Monate aus

19.07.2007 ·  Das größte Atomkraftwerk der Welt wird nach dem Erdbeben möglicherweise noch mehr als ein Jahr lang abgeschaltet bleiben. Mehrere große Autofirmen müssen ihre Produktion einschränken, weil ein Zulieferer ausfällt.

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Nach dem schweren Erdbeben in Japan könnte das weltgrößte Atomkraftwerk einem Medienbericht zufolge noch mehr als ein Jahr lang abgeschaltet bleiben. Den Stopp werde die Regierung möglicherweise anordnen, bis eine Studie zur Reaktor-Sicherheit abgeschlossen sei, berichtete die Wirtschaftszeitung „Nikkei“ am Donnerstag. Das Kraftwerk Kashiwazaki-Kariwa war nach dem Beben der Stärke 6,8 am Montag vom Netz genommen worden.

Durch Schäden an der Anlage gelangten nach Angaben des Betreibers Tepco rund 1200 Liter radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer. In ersten Erklärungen dazu hatte Tepco einen zu geringen Wert zur Schwere der Verseuchung angegeben. Insgesamt ist derzeit von 50 Problemen an den Reaktoranlagen die Rede. Die zuständige Aufsichtsbehörde hatte erst am Donnerstag ein weiteres Leck entdeckt. Für die öffentliche Gesundheit oder die Umwelt bestehe jedoch keine Gefahr.

Kritik der Atomenergiebehörde

Tepco hat bereits erklärt, dass die Reaktoren nicht für so starke Erschütterungen wie das Beben zu Wochenbeginn gebaut wurden, bei dem zehn Menschen getötet und hunderte verletzt wurden. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohamed El Baradei, hat Tepco vorgeworfen, das Erdbebenrisiko unterschätzt zu haben. In japanischen Zeitungen wird inzwischen über bevorstehende Energie-Engpässe spekuliert. Japan bezieht rund ein Drittel seiner Stromproduktion aus Atomkraftwerken.

Video: Erdbeben erschüttert Japans Nordwesten

Wegen Produktionsausfällen eines wichtigen Zulieferers stehen bereits die Fließbänder bei mehreren Autoherstellern still. Honda teilte am Donnerstag mit, die Arbeit im Werk Suzuka werde ausgesetzt. In der Fabrik werden der Honda Civic und andere Modelle hergestellt. Die erwarteten Ausfälle bezifferte eine Sprecherin auf mindestens 2000 Fahrzeuge. Ob die Produktion in Suzuka und anderen Werken am Montag wieder aufgenommen werden könne, müsse noch geprüft werden.

Produktion bei Toyota steht still

Zuvor hatten schon Toyota, Suzuki, Mitsubishi und der Subaru-Hersteller Fuji Heavy wegen der Ausfälle beim Zulieferer Riken die Bänder in einigen Fabriken gestoppt. Beim weltgrößten Autohersteller Toyota hieß es, in allen zwölf Werken im Land werde die Produktion stillstehen. Das Ausmaß der Produktionsausfälle sei unklar. Bei Suzuki war von rund 10.000 Autos und 5000 Motorrädern die Rede.

Das Beben der Stärke 6,8 hatte am Montag den Nordwesten Japans erschüttert. Nach offiziellen Angaben kamen dabei neun Menschen ums Leben, rund 900 wurden verletzt. Der Kolbenring-Hersteller Riken hat mehrere Werke in der am stärksten betroffenen Stadt
Kashiwazaki und deren Umgebung.

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