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Katastrophenprognose Forscher sagte Beben voraus

06.04.2009 ·  Der italienische Forscher Giampaolo Giuliani hatte vor einigen Tagen ein großes Erdbeben vorausgesagt. Er wurde nicht gehört. Stattdessen warf man ihm Panikmache vor.

Von Til Huber
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Der italienische Forscher Giampaolo Giuliani hatte vor einigen Tagen ein großes Erdbeben vorausgesagt. Er hatte seine Prognose auf den veränderten Ausstoß von Radongas an bestimmten Stellen der Erdoberfläche gestützt, die er beobachtet hatte. Allerdings hatte er das Beben schon auf den 29. März datiert; andere Wissenschaftler hatten ihm Panikmache vorgeworfen. Die Stichhaltigkeit seiner Methoden wurde bezweifelt.

Rainer Kind, Leiter der Sektion Seismologie am Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam, hält Giuliani für einen renommierten Experten auf dem Gebiet. Auch sei die Beobachtung von Radongas-Emissionen eine anerkannte wissenschaftliche Methode. Allerdings zeige der Zeitunterschied zwischen dem prognostizieren und dem tatsächlichen Zeitpunkt des Erdbebens ihre Grenzen auf.

GFZ: Wir können Erdbeben noch nicht exakt vorhersagen

Giuliani habe „voreilig gehandelt“, sagt Kind. „Wir können Erdbeben einfach noch immer nicht stichhaltig vorhersagen.“ Auch Mark Handy, Erdbebenforscher an der Freien Universität Berlin, hält Prognosen für problematisch. Erdbeben seien physikalisch noch zu wenig verstanden,um sie zeitlich und örtlich genau vorhersagen zu können. Dies sei aber nötig, um aufwändige Evakuierungen für ganze Städte rechtfertigen zu können.

Video: Viele Opfer bei Erdbeben in Mittelitalien

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