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Japan Taifun „Nock-ten“ verschont die Erdbebenregion

26.10.2004 ·  Die Naturgewalten hatten ein Einsehen. Der Taifun „Nock-ten“ hat sich abgeschwächt und ist an der japanischen Erdbebenregion vorbeigezogen. Trotzdem bleibt die Situation kritisch, die Hilfsgüter sind knapp.

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Während die Zahl der Erdbebentoten auf 31 gestiegen ist, herrscht in Japan etwas Erleichterung. Der Taifun „Nock-ten“, der sich am Montag noch auf die Krisenregion in der Provinz Niigata bewegte, hat sich abgeschwächt und ist vorbeigezogen. Dennoch überzogen Ausläufer des Sturms das Land mit heftigen Regenfällen.

Nachbeben bis zu einer Stärke von 5,6 auf der Richterskala hatten am Montag die rund 100.000 Menschen, die in Notunterkünfte geflohen sind, abermals in Angst und Schrecken versetzt. Zahlreiche Gebäude gerieten ins Schwanken, Berichte über Schäden oder Verletzte gab es nicht. In der betroffenen Region gingen nach Polizeiangaben fast 90 Schlammlawinen ab, mehr als 150 Häuser wurden vollständig zerstört. Die Nachbeben halten weiter an.

„Nock-ten“: Drei Tote auf Taiwan

Von den rund 2000 Verletzten konnten die meisten nach offiziellen Angaben inzwischen wieder aus Krankenhäusern entlassen werden. Die Versorgung der zahlreichen Obdachlosen blieb jedoch schwierig, weil viele Straßen und Tunnels in der Region noch nicht wieder passierbar sind. Zahlreiche Dörfer waren von der Außenwelt abgeschnitten und konnten nur über Hubschrauber erreicht werden. Nach einem Bericht des Fernsehsenders NHK sind außerdem Hilfsgüter knapp, weil viele bereits nach dem Taifun „Tokage“ vor rund einer Woche verbraucht wurden. Die Vereinigten Staaten sagten Japan 50.000 Dollar Finanzhilfe zu, wie der amerikanische Botschafter Howard Baker mitteilte.

Taifun „Nock-ten“ verschont die Erdbebenregion

Die Zahl der Todesopfer nach „Tokage“ stieg der Polizei zufolge auf mindestens 83, nachdem am Wochenende vier weitere Leichen geborgen wurden. Acht Menschen werden noch vermißt. Der Taifun „Nock-ten“, der an Japan vorbei gezogen ist, hat unterdessen ebenfalls bereits Opfer gefordert. In Taiwan kamen vier Menschen ums Leben, zwei weitere werden vermißt. Wegen heftiger Regenfälle fielen mehrere Flüge abgesagt werden in etlichen Städten blieben Schulen und Geschäfte geschlossen.

Die Schäden durch Erdbeben im an häufige Erschütterungen gewöhnten Japan halten sich relativ gesehen noch in Grenzen. „Wenn das Beben in Teheran oder Istanbul gewesen wäre, hätte es sehr viel größere Schäden und deutlich mehr Tote gegeben“, kommentierte der Seismologe Winfried Hanke vom Geo-Forschungs-Zentrum in Potsdam den Erdstoß vom Wochenende. Erdbebengerechte Bauweise ist standard. In Japan ereignen sich immer wieder Beben, da sich dort die pazifische Erdplatte unter die asiatische schiebt. Dadurch war es 1995 zum schwersten Beben der jüngeren Vergangenheit in Kobe gekommen. Damals kamen durch einen Erdstoß der Stärke 7,2 rund 6400 Menschen ums Leben.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, dpa, AP, AFP
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