03.01.2006 · Besonders feuchter und damit schwerer Schnee ist am Montag in der Gegend um Bad Reichenhall gefallen und könnte zum Einsturz des Dachs der Eissporthalle mit beigetragen haben. Schneefälle bei Null Grad seien immer „recht gefährlich“, sagte ein Meteorologe.
Besonders feuchter und damit schwerer Schnee ist am Montag in der Gegend um Bad Reichenhall gefallen und könnte zum Einsturz des Dachs der Eissporthalle mit beigetragen haben. „Verantwortlich war das Tief „Annekathrin“ mit dem Zentrum über der Slowakei. An der Westflanke wurde sehr feuchte Luft gegen die Alpen gedrückt“, sagte der Meteorologe Manfred Spatzierer vom Wetterdienst Meteomedia.
Besonders in Südost-Bayern und im angrenzenden Österreich sei dabei viel Schnee gefallen: „Rund 50 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden - das ist schon ordentlich“, sagte Spatzierer. In Bad Reichenhall herrschte zu der Zeit eine Temperatur von etwa Null Grad. „So blieb der Schnee regelrecht kleben. Wäre es wärmer gewesen, wäre er getaut. Bei kälteren Temperaturen wäre der Schnee locker gewesen und hätte vom Wind weggeweht werden können“, sagte der Meteorologe.
Pappiger Schnee trug zur Katastrophe bei
Schneefälle bei Null Grad seien immer „recht gefährlich“. Ein Vergleich: Ein Kubikmeter feuchter Schnee wiegt rund 300 bis 500 Kilogramm, die gleiche Menge trockenen Schnees wiegt nur etwa 100 bis 200 Kilogramm.
Auch nach Einschätzung des Wetterexperten Michael Beisenherz von Meteomedia habe dieser pappige Schnee zu der Katastrophe beigetragen. „Wenn das als normaler Pulverschnee gefallen wäre, hätten wir etwa einen Meter Neuschnee gehabt, aber der wäre nicht auf dem Dach liegen geblieben.“
In anderen Teilen Oberbayerns hat es nach Angaben von Meteomedia ebenfalls starke Neuschneefälle gegeben. „Auf der Zugspitze hat sich die Menge auf 2,40 Meter glatt verdoppelt, aber das wurde auch durch Verwehungen verursacht“, sagte Beisenherz. Im Tal in Garmisch-Partenkirchen seien 23 Zentimeter Neuschnee in der Nacht zum Dienstag registriert worden.