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Havariertes Atomkraftwerk Belastetes Wasser wird ins Meer abgelassen

04.04.2011 ·  Die Arbeiter im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima kämpfen weiter gegen ein Leck, aus dem stark radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer fließt. Tepco plant gleichzeitig, leicht verseuchtes Wasser gezielt ins Meer zu leiten.

Von Petra Kolonko, Tokio
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Die Betreiber des beschädigten Kernkraftwerks Fukushima haben am Montag damit begonnen, 11 500 Tonnen leicht kontaminiertes Wasser in das Meer ablassen. Dies seine Notmaßnahme, um Platz für stark radioaktiv belastetes Wasser zu schaffen, das aus den Reaktoren und Schächten auf dem Gelände abgepumpt werden soll, sagte der Sprecher der Atomaufsichtsbehörde, Nishiyama, in Tokio. Erst wenn das Wasser dort beseitigt ist, können die Reparaturen am Kühlsystem fortgesetzt werden. Andernfalls würden die an den Reaktoren eingesetzten Arbeiter hohen Strahlendosen ausgesetzt.

Die Regierung teilte mit, sie habe die Aktion des Unternehmens genehmigt. Es handele sich um eine Notmaßnahme, um die Sicherheit des gesamten Kraftwerkskomplexes sicherstellen zu können, sagte Regierungssprecher Edano dem Fernsehsender NHK. Gleichzeitig forderte Edano den Betreiber auf, die Entwicklung der Strahlenwerte vor der Küste von Fukushima genau zu verfolgen und die möglichen Folgen für die Umwelt zu beobachten.

Das Wasser werde eine Konzentration radioaktiver Elemente haben, die 100 Mal über dem erlaubten Grenzwert liegt. Von diesem Wasser gehe jedoch keine größere Gesundheitsgefahr aus, hieß es bei der japanischen Atomaufsichtsbehörde. Die radioaktiven Elemente würden sich verteilen, bevor sie in die Nahrungskette gelangen und über Meerestiere schließlich von Menschen konsumiert würden. Nach dem Ablassen des Wassers könnte das hochkontaminierte Wasser, das sich zur Zeit in den Schächten und Turbinenräumen der Reaktoren befindet, in Tanks umgefüllt werden. Man habe sich für diesen Weg entschieden, weil andere Möglichkeiten der Wasserentsorgung zu viel Zeit in Anspruch nähmen. Kraftwerksbetreiber Tepco gab am Montag zu, dass das Unternehmen immer noch nicht sicher sei, auf welchem Weg hochradioaktives Wasser aus dem Kernkraftwerk in das Meer gelangt. Bislang war vermutet worden, es stamme aus einem Riss in der Wand eines Schachtes. Ein Test mit gefärbtem Wasser ergab jedoch, dass das nicht zutrifft. Als Übergangsmaßnahme sei auch geplant, eine Schlickbarriere zu bauen, die eine Art Becken für das hoch kontaminierte Wasser bilden soll.

Am Montag wurde weiter hochradioaktives Wasser aus den Turbinenräumen von Reaktor 1 und 2 gepumpt. Die Strahlenwerte auf dem Gelände des Kernkraftwerkes sanken oder blieben gleich. Zwei Fachleute der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) trafen in Japan ein und wollen Unterstützung leisten. Regierungssprecher Edano kündigte unterdessen an, dass eine unabhängige Kommission die Geschehnisse im Kernkraftwerk untersuchen soll.

Japanische Wissenschaftler gaben bekannt, dass die Tsunami-Welle nach dem Erdbeben vom 11. März bei der Stadt Miyako eine Höhe von 37,90 Metern erreicht hat. Das ist die höchste Tsunami-Welle, die bei diesem Erdbeben gemessen wurde. In Miyako hatte im Jahr 1896 eine Welle von 38,20 Meter Höhe die Stadt überflutet.

Es leben noch immer 161 000 Menschen, die nach Erdbeben und Tsunami ihre Häuser verloren haben, in Notunterkünften im Nordosten und Osten Japans. Die Zahl der Toten und Vermissten erhöhte nach offiziellen Angaben am Montag auf 28 000. Bei einer dreitägigen großangelegten Suchaktion von 25 000 japanischen und amerikanischen Soldaten wurden 78 Tote geborgen.

Nach einer Meldung des Fernsehsenders NHK weigern sich etwa 100 Menschen, die in der Evakuierungszone im Umkreis von 20 Kilometern um das Kraftwerk wohnen, ihre Häuser zu verlassen.

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Politische Korrespondentin für Ostasien.

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