10.07.2008 · Auf dem Weg nach Spanien sind mindestens 14 afrikanische Bootsflüchtlinge ums Leben gekommen, unter ihnen auch neun Kleinkinder im Alter von vier Monaten bis neun Jahren. Medienberichten zufolge wurden sie Opfer der sengenden Hitze.
Beim Versuch, mit einem Boot von Nordafrika nach Spanien zu gelangen, sind einem Medienbericht zufolge 14 Flüchtlinge ums Leben gekommen. Darunter seien auch neun Kinder gewesen, berichtete die spanische Nachrichtenagentur EFE am Donnerstag. Sie seien Opfer der sengenden Hitze geworden. Die Küstenwache habe 35 Menschen nach fünf Tagen auf See retten können. Den Überlebenden zufolge wurden die Leichen der Kinder im Alter von neun Monaten bis vier Jahren über Bord geworfen.
Ein Patrouillenboot der spanischen Polizei habe das Flüchtlingsboot in der Nacht vor der Provinz Almeria aufgegriffen, berichtete der spanische Hörfunk. Unter den 35 Überlebenden seien auch drei Schwangere. Dem Radiosender zufolge sagten die Überlebenden, dass 14 Menschen an Bord des Bootes gestorben seien. Die Nachrichtenagentur Europa Press berichtete von 15 toten Flüchtlingen. Demnach wurde die Leiche einer Frau an Bord gefunden. Die Polizei sei dabei, die Überlebenden nach dem Verbleib der 14 weiteren Toten zu befragen. Sie gehe davon aus, dass die Leichen über Bord geworfen worden seien. Die Überlebenden seien in einem schlechten Zustand.
Flüchtlingszahlen gehen zurück
Immer wieder versuchen Menschen aus verarmten und von Kriegen geschüttelten Regionen auf abenteurliche Weise, nach Europa zu gelangen. Viele Menschen überleben die gefährlichen Flucht auf dem Seeweg nicht. Im vergangenen Jahr starben nach Angaben der Organisation für Menschenrechte in Andalusien (APDH-A) 921 Flüchtlinge, die nach Spanien wollten.
Spanien zählt zu den Hauptzielen illegaler Einwanderer. Nachdem im Rekordjahr 2006 mehr als 31.000 Flüchtlinge auf den Kanarischen Inseln ankamen, ging die Zahl im vergangenen Jahr um 60 Prozent zurück. Grund dafür sind stärkere Kontrollen der spanischen Küstenwache und neue Rückführungsabkommen mit afrikanischen Staaten.
Anfang der Woche kamen Berichten zufolge 14 Flüchtlinge aus Nigeria beim Untergang ihres Bootes vor der spanischen Küste ums Leben. In den vergangenen Jahren starben Tausende Afrikaner bei dem Versuch, nach Spanien zu gelangen, um dort ein besseres Leben zu führen. Mehrere Zehntausend Menschen erreichten spanisches Gebiet, vor allem die kanarischen Inseln.