30.10.2006 · Angesichts fahrlässigen Verhaltens des Piloten der in Nigeria abgestürzten Passagiermaschine hat die nigerianische Regierung der Fluggesellschaft die Lizenz entzogen. Bei dem Unglück waren 96 Menschen ums Leben gekommen.
Der Absturz eines Passagierflugzeugs in Nigeria mit mehr als hundert Todesopfern ist nach Angaben der nigerianischen Regierung auf menschliches Versagen zurückzuführen. „Das Unglück hätte verhindert werden können“, sagte Nigerias Luftfahrtminister Babalola Borishade in Abuja. Auf Grund schlechten Wetters sei am Tag des Absturzes eine Startwarnung auf allen Flughäfen des Landes erteilt worden, die von dem Pilot der Unglücksmaschine ignoriert worden sei. Letzten Angaben zufolge wurden bei dem Absturz nahe der nigerianischen Hauptstadt Abuja 96 der 105 Insassen getötet.
Zwei für tot erklärte Crew-Mitglieder seien vermutlich doch am Leben, so daß die Zahl der verunglückten Insassen von zunächst 98 auf 96 korrigiert werden könne, sagte Borishade. Unter den Opfern sind auch der geistliche Führer der nigerianischen Muslime, Sultan Muhammad Maccido, sowie mehrere Politiker aus dem Norden des westafrikanischen Landes. Außerdem wurden sechs Bauern getötet, als die Boeing 737-200 der nigerianischen Fluggesellschaft ADC (Aviation Development Company) kurz nach dem Start auf ihre Felder stürzte.
Die nigerianische Regierung in Abuja hat der betroffenen Airline mittlerweile die Lizenz entzogen. Die Betriebslizenz für die Inlands-Fluggesellschaft ADC werde mit sofortiger Wirkung aufgehoben, sagte Luftfahrtminister Babalola Borishade.
Drittes Flugzeugunglück seit Oktober 2005
Bei dem Absturz handelte es sich um das dritte zivile Flugzeugunglück in Nigeria seit Oktober 2005. Die Ursache für die meisten Unglücke sieht Luftfahrtminister Borishade in den beliebigen Entscheidungen der Piloten entgegen offizieller Warnungen, die Flugzeuge zu starten.
Im Dezember 2005 war eine DC-9 der inländischen Fluglinie Sosoliso beim Landeanflug auf Port Harcourt im Süden Nigerias abgestürzt. Nur drei der 110 Insassen überlebten den Absturz. Zwei Monate zuvor war eine Boeing 737 der nigerianischen Fluggesellschaft Bellview Airlines nach dem Start in Lagos verunglückt, 117 Menschen starben. Zudem kamen beim Absturz einer Militärmaschine im September dieses Jahres 14 Menschen um, darunter mehrere ranghohe Generäle.