17.03.2008 · Die verheerende Explosionsserie in einer Munitionsfabrik bei Tirana hat erste politische Folgen. Der albanische Verteidigungsminister Mediur trat zurück. Erste Ermittlungen brachten Hinweise, dass die Katastrophe einen kriminellen Hintergrund hat.
Nach der tödlichen Explosionsserie in einem Munitionsdepot in Albanien ist der Verteidigungsminister des Landes, Fatmir Mediur, von seinem Amt zurückgetreten. „Mein Rücktritt ist ein Akt der Verantwortung“, erklärte Mediur am Montag. Unterdessen gibt es Hinweise, dass die Katastrophe einen kriminellen Hintergrund haben könnte. Die Zahl der Toten ist auf 15 gestiegen, 300 Menschen wurden verletzt.
Mediur kündigte an, trotz seines Rücktritts werde er die Untersuchung des Vorfalls unterstützen. Nach Aussage von Generalstaatsanwältin Ina Rama verfolgen die Ermittler derzeit mehrere Spuren. Dabei werde ein kriminelles Vergehen nicht ausgeschlossen, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Ata die Staatsanwältin am Montag. Bisher seien etwa 30 Menschen zu dem Unglück befragt worden.
Berisha beschuldigt Amerikaner
Verteidigungsminister Mediur war schon am Wochenende in die Schusslinie geraten - ebenso wie Ministerpräsident Sali Berisha. Am Montag forderte die Opposition die Rücktritte beider Regierungspolitiker. Berisha hatte eine amerikanische Firma, die an der Vernichtung von 10.000 Tonnen veralterter Munition in dem Unglückswerk beteiligt ist, für die Katastrophe mit verantwortlich gemacht. Unter anderem hatte er behauptet, dass die Firma Minderjährige mit der Entschärfung der Sprengsätze betraut habe.
Explosionskatastrophe in Albanien: Zahl der Toten steigt - Minister tritt zurück