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Erdbeben in Iran Hunderte Kinder suchen nach Beben Eltern

02.01.2004 ·  In Iran wird die medizinische Versorgung der Überlebenden des Erdbebens von Bam vor allem durch die Kälte im Katastrophengebiet erschwert. Immerhin: Politisch zeichnet sich Tauwetter zwischen Iran und Amerika ab.

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Eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben in Iran suchen nach Unicef-Angaben mehrere hundert Kinder nach Eltern oder anderen Angehörigen. Viele Kinder seien so traumatisiert, daß sie nicht einmal ihren vollen Namen angeben könnten, teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen am Freitag in Köln mit.

Iran hat nach offiziellen amerikanischen Angaben die Entsendung einer hochrangigen humanitären Delegation aus Washington in das Erdbebengebiet zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt. Ein Sprecher des Außenministeriums in Wahington sagte am Freitag, die Regierung in Teheran halte es angesichts der derzeitigen Lage in dem Gebiet für besser, einen solchen Besuch „in der Schwebe“ zu halten. Deswegen würden die Pläne zur Entsendung einer solchen Delegation zunächst nicht weiter verfolgt.

Die Delegation sollte laut „Washington Post“ von der republikanischen Senatorin Elizabeth Dole und einem nicht namentlich genannten Mitglied der Familie von Präsident George W. Bush geleitet werden. Es wäre die erste offizielle amerikanische Delegation in Iran seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern vor mehr als 20 Jahren.

Die niedrigen Temperaturen in der Region um Bam im Südosten des Landes seien derzeit „die größte gesundheitliche Herausforderung“, sagte am Freitag der Arzt Richard Munz, der vor Ort die Arbeit des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes koordiniert. Es sei damit zu rechnen, dass zunehmend Menschen an Lungenentzündung und Atemwegsinfektionen erkrankten. Besonders Kinder seien gefährdet.

„Die Lage ist völlig normal“

Die Zahl der Toten durch das Beben von Bam wird weiterhin mit mehr als 30 000 angegeben. Unterdessen wurden am Freitag bei einem starken Erdbeben auf den indonesischen Ferieninseln Bali und Lombok mindestens 30 Menschen verletzt. Am Neujahrstag bebte auch im Zentrum Mexikos die Erde.

Ein Zusammenhang zwischen den jüngsten Erdstößen und dem Beben in Iran besteht nach Expertenauskunft nicht. „Wenn ein Gebiet bereits unter Spannung steht, kann zwar ein Erdbeben in Nachbarregionen die Erdstöße auslösen, bei den aktuellen Beben war das aber nicht der Fall“, sagte Professor Rainer Kind vom Geoforschungszentrum Potsdam. Es gebe derzeit auch nicht mehr Erdbeben als sonst. „Die Lage ist völlig normal, die starke Aufmerksamkeit hängt mit der Katastrophe in Iran zusammen.“

Wieder Überlebende gerettet

Hilfsmannschaften in Iran konnten unbestätigten Medienberichten zufolge drei weitere Menschen lebend aus den Trümmern retten. Unicef zufolge sind in Bam 2 Krankenhäuser, 23 Gesundheitszentren und 97 kleinere Gesundheitsstationen zerstört worden. Bis zu zwei Drittel der medizinischen Mitarbeiter seien durch das Erdbeben getötet oder verletzt worden, berichtete das Kinderhilfswerk unter Berufung auf die iranischen Behörden weiter.

Inzwischen hat ein mobiles Rotkreuz-Krankenhaus in Bam den Betrieb aufgenommen. Es soll die Gesundheitsversorgung für 240 000 Menschen während der nächsten Monate sicherstellen, wie das Rote Kreuz in Berlin mitteilte. Das Rote Kreuz rief zu weiteren Spenden auf.

Spenden an:

DRK: Bank für Sozialwirtschaft, Konto 41 41 41, BLZ 370 205 00, Stichwort „Iran“

Aktion Deutschland Hilft (ADRA, Arbeiter Samariter Bund, Arbeiterwohlfahrt, Care, Help, Die Johanniter, Malteser,
Paritätischer Wohlfahrtsverband, World Vision): Bank für Sozialwirtschaft, Konto 10 20 30, BLZ 370 205 00, Stichwort „Iran“

Caritas: Bank für Sozialwirtschaft, Konto 202, BLZ 660 205 00, Stichwort „Erdbeben Iran“

Diakonie „Katastrophenhilfe“: Postbank Stuttgart, Konto 502 707, BLZ 600 100 70, Kennwort „Erdbebenhilfe Iran“

Welthungerhilfe: Sparkasse Bonn, Konto 1115, BLZ 380 500 00, Stichwort „Iran“

UNICEF: Sozialbank Köln, Konto 300 000, BLZ 370 205 00

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