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Erdbeben Erste Kältetote in Pakistan - Opferzahl steigt weiter

18.10.2005 ·  Nach dem verheerenden Erdbeben in Südasien hat die kalte Witterung in den Katastrophengebieten Pakistans Opfer gefordert. Der Regierungschef des pakistanischen Teils Kaschmirs rechnet mit insgesamt 53.000 Toten.

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Nach dem verheerenden Erdbeben in Südasien hat bittere Kälte unter den schutzlosen Menschen in den Katastrophengebieten Pakistans erste Todesopfer gefordert. Das berichtete der landesweite Leiter der Rettungsarbeiten, Generalmajor Farooq Ahmed, am Dienstag in Islamabad.

Genaue Angaben zur Anzahl der Kältetoten könne er allerdings noch nicht machen. Die von der Regierung bestätigte Zahl der Erdbebenopfer stieg auf 42.000 an. Der Regierungschef des besonders schwer betroffenen pakistanischen Teils Kaschmirs, Sardar Sikandar Hayat, sprach von 53.000 Toten. Die pakistanische Regierung kündigte eine genaue Untersuchung zu den Opferzahlen und den Schäden an.

Mädchen nach einer Woche gerettet

Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt klagten Überlebende des Bebens im indischen Teil Kaschmirs über langsame Hilfe und mangelhafte Hilfsgüter. Zelte seien weder wasserdicht noch stabil, hieß es. „Wir sind trotz der Zelte schutzlos“, sagte Abdul Rashid, ein Überlebender, nahe der Stadt Uri. Nassen Sheikh, ein weiterer Überlebender, berichtete: „Sobald der Regen beginnt, kommt Wasser in unser Zelt.“ Es werde ein schwerer Winter werden. Die Regionalregierung betonte, Rettungskräfte hätten alle von dem Erdbeben der Stärke 7,6 betroffene Regionen erreicht.

In Pakistan bargen Soldaten mehr als eine Woche nach dem Beben ein fünfjähriges Mädchen aus den Trümmern eines Hauses. Wie eine Online- Nachrichtenagentur am Dienstag berichtete, war das Rettungsteam nach Hassa im Norden Pakistans geflogen, um Lebensmittel und Zelte für die Überlebenden zu bringen. Bei ihrer Ankunft bat eine verstörte Frau die Männer um Hilfe. „Die Frau sagte, sie hätte schwache Schreie ihrer Tochter gehört“, sagte ein Armeesprecher in Balakot. „Wir räumten sofort Schutt beiseite. Und nach einigen Mühen fanden wir Tajunnissa. Sie war ohnmächtig und schwach, aber ihr Herz schlug noch.“

Nato erwägt Hilfseinsatz

Nach dem verheerenden Erdbeben erwägt die Nato einen militärischen Hilfseinsatz in Pakistan. Der Nato-Rat habe die Militärs gebeten, entsprechende Optionen zu prüfen, wie ein Sprecher im Hauptquartier der Allianz in Brüssel sagte. Aus Deutschland gibt es insgesamt Hilfe in Höhe von 15,6 Millionen Euro, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Dienstag. Davon seien mehr als fünf Millionen aus dem Etat des Auswärtigen Amtes für humanitäre Hilfe bestimmt. Rund 10,6 Millionen Euro für Wiederaufbauhilfen stammten aus dem Haushalt des Entwicklungshilfeministeriums.

Die Opposition im pakistanischen Parlament übte Kritik an der Regierung. „Die Regierung hat dabei versagt, das Krisenmanagement zu organisieren, und den Tod tausender Bürger verursacht.“ Die Angelegenheit müsse debattiert werden, hieß es in einem Oppositionsantrag. Laut sächsischen Katastrophenhelfern benötigen die pakistanischen Erdbebenopfer unbedingt Zelte und Zeltplanen. Die Fluggesellschaft Pakistan International Airlines transportiere Hilfsgüter kostenlos in die Region, teilte ein Team aus Mitgliedern des Alpinclub Sachsens und der Bergwacht Sächsische Schweiz mit.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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