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Absturz kurz nach Start 153 Tote bei Flugzeugunglück in Madrid

20.08.2008 ·  Ein Passagierflugzeug ist nach einem missglückten Start auf dem Madrider Flughafen über die Rollbahn hinausgeschossen und in Flammen aufgegangen. Nach Angaben der spanischen Regierung sind 153 Menschen ums Leben gekommen. An Bord der verunglückten Spanair-Maschine waren nach vorläufigen Angaben auch vier Fluggäste aus Deutschland.

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Ein Flug in den Urlaub auf Gran Canaria ist zur Katastrophe geworden: Bei einem missglückten Start sind am Mittwoch auf dem Flughafen von Madrid nach offiziellen Angaben 153 Menschen ums Leben gekommen. 19 Insassen hätten überlebt, einige davon befänden sich in kritischem Zustand. Nach neuesten Angaben der Fluggesellschaft Spanair befanden sich an Bord der verunglückten Maschine insgesamt 172 Menschen - darunter vier Deutsche.

Die Maschine hob beim Start ab, stürzte dann aber hinter dem Rollfeld zu Boden und zerbarst unweit der Landebahn in mehrere Teile. Der Flug war nach einem Bericht der Zeitung „El Pais“ wegen technischer Probleme mit einer Stunde Verspätung gestartet.

Augenzeugen sahen Feuer in linkem Triebwerk

Das Unglück trug sich gegen 14:45 Uhr unweit des Terminals 4 zu. Augenzeugen berichteten, der linke Motor habe beim Start Feuer gefangen. Experten vermuteten, ein Triebwerk könne beim Start in Brand geraten sein, als das Flugzeug den „Point of no return“ überschritten habe. Die Maschine habe möglicherweise eine solche Geschwindigkeit erreicht gehabt, dass der Pilot den Start nicht mehr abbrechen konnte.

Laut Flugplan sollte die Spanair-Maschine mit den Flugnummern JK 5022 und LH 2554 um 13 Uhr vom Großflughafen Barajas der spanischen Hauptstadt abheben. Wie die Zeitung „El Pais“ berichtete, wurde ein erster Start wegen technischer Probleme abgebrochen. Gegen 14.45 Uhr geschah beim zweiten Startversuch die Tragödie. Fernsehbilder zeigten, wie dichter Rauch aus dem Flugzeug aufstieg. Dutzende Rettungsfahrzeuge waren zur Landebahn geeilt, Feuerwehrfahrzeuge und Hubschrauber versuchten, das offenbar brennende Flugzeug zu löschen.

Sieben Personen mit einem Lufthansa-Ticket

Ob sich Deutsche unter den Toten befanden, war zunächst nicht bekannt. Für den Flug der spanischen Fluggesellschaft Spanair hätten insgsamt sieben Lufthansa-Passagiere eingecheckt, teilte die Fluggesellschaft am Mittwochabend in Frankfurt am Main mit. Unter ihnen seien vier Reisende aus Deutschland gewesen. Spanair ist innerhalb der Star Alliance ein Kooperationspartner der Lufthansa. Die Tickets für die Maschine wurden von Spanair und Lufthansa vermarktet.

Der Flughafen wurde sofort für den gesamten Verkehr gesperrt. Wenig später wurden die Starts und Landungen in eingeschränktem Umfang wieder aufgenommen. Die Einsatzleitung rief die höchste Alarmstufe aus. Um den Einsatz zu koordinieren, trat ein Krisenstab zusammen. Dutzende Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge rasten zum Unglücksort. Über der Einsatzstelle stand weithin sichtbar eine riesige Rauchsäule.

Zapatero unterbricht seinen Urlaub

Verletzte wurden in eine nahe gelegene Klinik mit Spezialabteilung für Brandverletzungen gebracht. Unter den Insassen der zweistrahligen Maschine waren neun Besatzungsmitglieder. Nach der Passagierliste sollen auch zwei Babys an Bord gewesen sein.

Die Krankenhäuser in Madrid wurden sofort nach dem Unfall aufgefordert, Betten zur Verfügung zu stellen. Einige Hospitäler entließen daraufhin Patienten mit leichteren Erkrankungen, um Platz zu schaffen. Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero unterbrach seinen Urlaub und flog nach Madrid zurück.

Spanair ist in großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten

Die Fluggesellschaft Spanair, die in der Star Alliance unter anderem Partner der Lufthansa ist, befindet sich seit geraumer Zeit in schweren wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die skandinavische Muttergesellschaft SAS hatte vergeblich versucht, einen Käufer für das kränkelnde Unternehmen zu finden. Zur Zeit ist Spanair dabei, fast ein Drittel ihrer Beschäftigten zu entlassen und das Streckennetz zu reduzieren. Das am Mittwoch verunglückte Flugzeug war nach Medienberichten 20 Jahre alt.

Am Madrider Flughafen hatte es zuletzt vor knapp 25 Jahren zwei schwere Flugzeugkatastrophen gegeben. Ein Jumbo-Jet der kolumbianischen Linie Avianca war beim Landeanflug abgestürzt, 181 Menschen starben. Weniger als zwei Wochen später prallten auf der Startbahn des Airports eine Iberia- und eine Aviaco-Maschine im Nebel zusammen. 93 Menschen kamen damals ums Leben.

Spanair richtete unter der Nummer 0034 800 400 200 eine Info-Hotline für besorgte Angehörige ein

Quelle: FAZ.NET
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