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Unglück Massenpanik vor bulgarischer Diskothek: Sieben Schüler starben

22.12.2001 ·  Bei einem Gedränge auf einer vereisten Treppe wurden sieben Jugendliche vor einer Diskothek erdrückt.

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Sieben Jugendliche im Alter zwischen 11 und 15 Jahren starben in der Nacht zum Samstag bei einer Massenpanik vor einer Discothek in Sofia. Zu dem Unglück kam es, als Hunderte auf der vereisten Treppe am Eingang der beliebten Disco „Indigo“ ausrutschten. Die Menschen fielen übereinander. Hinten Stehende drängten nach vorne, Vordere wurden erdrückt. Dutzende Jugendliche wurden verletzt, zehn von ihnen schwer. Am Freitag war der letzte Schultag vor den Ferien in Bulgarien, und viele Schüler wollten dies in der Stadt feiern.

Die Opfer wollten zu einem Rap-Konzert in die beliebte Discothek. Sie wurden inzwischen identifiziert und ihre Eltern benachrichtigt. In ersten Meldungen hatten die bulgarischen Medien noch von acht toten Jugendlichen berichtet.
Das Unglück löste im ganzen Land Bestürzung aus. Die Behörden wollen nun alle Discotheken überprüfen, ob sie den bautechnischen Normen und Brandschutzbestimmungen entsprechen. Der Mieter der Discothek wurde vorübergehend festgenommen.

Sonntag zum Trauertag ausgerufen

Das Parlament eröffnete seine Sitzung am Samstagmorgen mit einer Schweigeminute. Die bulgarische Nationalflagge am Parlament wurde auf halbmast gesetzt. Ex-König und Ministerpräsident Simeon Sakskoburggotski rief die Menschen nach einer Schweigeminute im Parlament dazu auf, Kerzen zum Gedenken an die jungen Opfer zu entzünden. Jede bulgarische Familie solle auf diese Weise ihr Mitgefühl demonstrieren. Ex-König und Ministerpräsident Simeon Sakskoburggotski erklärte diesen Sonntag zum nationalen Trauertag.

Innenminister Georgi Petkanow sagte im Parlament, die bulgarische Gesetzgebung enthalte keine genauen Vorschriften für Vergnügungslokale. Auch das Mindestalter von Jugendlichen, die eine Discothek besuchen dürfen, sei nicht festgelegt.

Die Tragödie nur drei Tage vor Weihnachten löste auch eine Debatte über die Verantwortung der Kirche, der Schulen und der Eltern für eine sinnvolle Freizeitgestaltung der Jugendlichen aus. Vertreter der bulgarischen christlich-orthodoxen Kirche, Lehrer, Ärzte und Intellektuelle waren empört, dass Rap-Musik so viele Teenager anlocke, während die Kirche praktisch keinen Einfluss mehr auf die junge Generation habe.

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