Beim Absturz eines Rettungshubschraubers in Brandenburg sind der Copilot getötet sowie drei weitere Besatzungsmitglieder schwer verletzt worden. Der Ambulanz-Hubschrauber prallte am Sonntagabend bei dichtem Nebel während des Landeanflugs nur wenige Meter vom Flugplatz entfernt auf einen Acker und ging sofort in Flammen auf.
Wie das Berliner Unfallkrankenhaus am Montag mitteilte, wartete etwa 50 Meter von der Absturzstelle entfernt die Besatzung eines Krankentransporters, die einen lebensgefährlich verletzten Patienten zu dem Hubschrauber bringen wollte. Sie leistete sofort erste Hilfe und alarmierte die Polizei.
Patient verstarb ebenfalls
Der in Berlin Tempelhof stationierte Rettungshubschrauber sollte in Pritzwalk einen Notfall-Patient abholen und in eine Spezialklinik nach Potsdam fliegen. Der 70-Jährige wurde nach dem Unglück notgedrungen mit einem Krankenwagen transportiert, verstarb dann aber kurz nach seiner Einlieferung.
Nach Angaben der Berliner Unfallklinik befinden sich die drei Schwerverletzten - der Pilot, eine Rettungssanitäterin sowie der Notarzt - inzwischen außer Lebensgefahr. Sie erlitten Verbrennungen, als die Maschine explodierte. Der schwer verletzte Pilot hat keinerlei Erinnerung mehr an den Absturz.
Menschliches oder technisches Versagen möglich
Die als nachtflugtauglich bezeichnete Maschine verunglückte nach Angaben der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung am Sonntagabend kurz nach 22 Uhr vor der Landung auf dem Segelflugplatz Sommersberg bei Pritzwalk. Die Bundesstelle untersucht nun sowohl mögliches menschliches als auch technisches Versagen.
Intensivmedizinisch speziell ausgestattete Hubschrauber des Typs Bell 412 werden zum Transport von Intensivpatienten zwischen Kliniken oder bei Notfalleinsätzen eingesetzt. Zudem dient der rund um die Uhr einsatzbereite Hubschrauber dem Transport von Ärzteteams sowie medizinischem Material. Im Normalfall ist er mit zwei Piloten, einem Rettungsassistenten sowie einem Notarzt besetzt. Er kann insgesamt bis zu 15 Menschen transportieren und erreicht bei einer Reichweite von 700 Kilometern eine Geschwindigkeit von bis zu 250 Kilometern pro Stunde.