Beim Absturz eines iranischen Passagierflugzeugs sind am Dienstag im Südwesten des Landes alle 118 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Die Tupolew-154 war am Morgen in der Hauptstadt Teheran gestartet und unterwegs nach Chorammabad, wie die iranische Organisation für Zivilluftfahrt mitteilte. Sie stürzte kurz vor der Landung aus noch ungeklärten Gründen in einer schwer zugänglichen Bergregion ab.
Ein Augenzeuge und die örtlichen Behörden sprachen von einer „schweren Explosion“. Rund hundert Retter seien zur Absturzstelle entsandt worden. Es gebe aber kaum Hoffnung auf Überlebende, sagten mehrere Vertreter örtlicher Behörden. Suchtrupps fanden am Nachmittag die Reifen sowie einige andere Wrackteile. Der Unglücksort in der Bergregion Tscheghini war schneebedeckt. Daher ist es für die Retter schwierig, schnell zu dem Flugzeug zu gelangen. Ein Augenzeuge sagte dem iranischen Fernsehen: „Es gab eine heftige Explosion, dann Flammen“. Präsident Mohammed Chatami kündigte eine Untersuchung an.
Sicherheit auf Inlandsflügen seit langem fraglich
Nach Angaben der Zivilluftfahrtbehörde waren 105 Passagiere und 13 Besatzungsmitglieder an Bord der Maschine der Iran Airtour, einer Tochter der nationalen Gesellschaft Iran Air, die die inländischen Routen bedient. Im Iran war zuletzt im Mai 2001 ein Flugzeug abgestürzt. Damals kamen im Nordosten des Landes 32 Menschen ums Leben, unter ihnen Ex-Verkehrsminister Rachman Dadman und sieben Abgeordnete. Eine parlamentarische Untersuchungskommission hatte gefordert, die Sicherheit auf Inlandsflügen zu erhöhen.
Veralteter Flugzeugbestand
Der Iran hat wegen des US-Embargos für Hochtechnologie-Importe Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Flugzeugen. Aus diesem Grund erlaubt das Verkehrsministerium den Fluggesellschaften, in Russland alte Maschinen zu chartern. Diese Flugzeuge sind zum größten Teil schon in der ehemaligen Sowjetunion im Einsatz gewesen. Für Iran Air fliegen noch einige Boeings, die aber noch aus der Zeit vor der Revolution 1979 stammen.