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Unfallstudie : Junge Motorradfahrer fahren gefährlich

2013 starben 568 Menschen auf dem Motorrad. Bild: dpa

Im Rahmen einer Feldstudie hat die Unfallforschung der Versicherer ermittelt, dass vor allem junge Motorradfahrer in Deutschland Alleinunfälle verursachen. Die Forderung nach obligatorischen Fahrtrainings wird lauter.

          Motorradfahrer leben gefährlich. Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall umzukommen, ist für sie fast viermal so hoch wie für Autofahrer. In 60 Prozent der tödlichen Motorrad-Unfälle sind sie selbst die Verursacher. „Die Fahrer haben ihr Schicksal nicht unwesentlich selbst in der Hand“, sagt Siegfried Brockmann, der die Unfallforschung der Versicherer (UDV) leitet. In einer großen Feldstudie hat die UDV fast alle der rund 200 schweren Motorradunfälle analysiert, die sich in gut einem Jahr im Saarland ereignet haben. Die Forscher arbeiteten dabei eng mit der Polizei zusammen, fuhren zu Unfallorten und ins Krankenhaus und sprachen mit den Unfallbeteiligten. Die Resultate, so hieß es am Dienstag zur Präsentation, seien auf ganz Deutschland übertragbar.

          Leonie Feuerbach

          Redakteurin im Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Demnach verursachen Motorradfahrer 52 Prozent der Unfälle, an denen sie beteiligt sind, selbst. Das gilt aber nur, wenn man auch Alleinunfälle einbezieht. Typisches Beispiel: Ein Motorradfahrer verliert in einer Kurve die Kontrolle über sein Fahrzeug. Bei Unfällen mit mehreren Beteiligten trugen sie nur in einem Drittel der Fälle die Schuld.

          Viele Unfälle am Wochenende

          Alleinunfälle verursachen vor allem junge Fahrer zwischen 21 und 30 Jahren und solche, die besonders leistungsstarke Motorräder fahren. Chopper-Fahrer und Besitzer von Touren-Maschinen sind seltener betroffen. Die meisten Unfälle ereignen sich am Wochenende.

          Kommt es an Kreuzungen und Einmündungen zu Unfällen, sind Motorradfahrer meist nicht schuld. Fast jeder zweite Motorradunfall ist ein Auffahrunfall – obwohl vor allem Stürze und Zusammenstöße an Kreuzungen öffentlich wahrgenommen werden.

          Die Zahl der Toten durch Verkehrsunfälle sinkt seit Jahren, auch bei den Motorradfahrern. 2013 starben nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts 568 Menschen auf dem Motorrad, gut drei Prozent weniger als 2012. Im Verhältnis zu Autofahrern sind es aber mehr geworden, auch weil die Sicherheits-Zugewinne bei Autos merklich höher sind. Denn einige Systeme wie etwa Notbremsassistenten sind auf Motorräder nicht übertragbar. Daher fordert Brockmann, obligatorische Fahrtrainings einzuführen. Dort lerne man: „Defensiv fahren, Abstand halten, sich der Gefahren bewusst sein.“

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