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Immundefektsyndrom : Aids-Epidemie soll bis 2030 beendet sein

Ein bis zwei Millionen Menschen sterben jährlich an Aids. Bild: dpa

Es ist eine Entscheidung, die das Schicksal von Millionen verändern könnte: Die Vereinten Nationen haben im Kampf gegen Aids einen neuen ehrgeizigen Plan entwickelt, der die Epidemie bis 2030 beenden soll.

          Die Vereinten Nationen wollen bis zum Jahr 2030 die Aids-Epidemie beenden. Dafür haben sich Staats- und Regierungschefs aus aller Welt und ihre nach New York entsandten Vertreter auf ehrgeizige Ziele geeinigt, die sie bis 2020 erreichen wollen. In nur vier Jahren soll die Zahl der HIV-Neuinfektionen von derzeit mehr als zwei Millionen jährlich auf unter 500.000 sinken. Bis 2020 sollen zudem weniger als eine halbe Million Menschen im Jahr an Aids oder einer der Begleiterkrankungen von Aids sterben (2015 lag die Zahl bei 1,1 Millionen). Und auch die mit HIV einhergehende Diskriminierung soll bis dahin auf der ganzen Welt beendet sein.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Ausdrücklich haben die Delegierten auf der dreitägigen UN-Vollversammlung zum Thema „Ending Aids“ am Mittwoch „Schlüsselgruppen“ ihre besondere Unterstützung zugesagt: Männern, die Sex mit Männern haben, transgeschlechtlichen Personen, intravenösen Rauschgiftnutzern, Prostituierten und Häftlingen. Die Geschäftsführerin der Deutschen Aids-Hilfe, Silke Klumb, spricht darum auch von einem wichtigen Erfolg für die von Ausgrenzung und Verfolgung betroffenen Menschen. „Dass die Menschenrechte in dieser Form als Grundlage der Prävention benannt werden, war überfällig. Auf diese Deklaration kann man sich nun überall auf der Welt berufen.“ Zugleich verweist sie auf „Schlupflöcher“, denn die Inhalte der Erklärung gelten ausdrücklich nur, sofern sie nicht durch nationale Gesetze ihre Grenzen finden.

          Der Plan der Vereinten Nationen, die Aids-Epidemie nun auf der „Überholspur“ (Fast-Track) zu beenden, wie es heißt, baut auf den Fortschritten im Kampf gegen Aids in den vergangenen Jahren auf. Neue Statistiken der UN zeigen, dass die Zahl der Neuinfektionen bei Kindern in den besonders schlimm von HIV betroffenen 21 Staaten im südlichen Afrika seit 2009 um 60 Prozent zurückgegangen sind. Waren es vor sechs Jahren noch etwa 270.000 Infektionen, so sank die Zahl im vergangenen Jahr auf rund 110.000. Vor zehn Jahren hatte nur jedes zehnte Kind dort Zugang zu einer medikamentösen Behandlung, inzwischen ist es jedes zweite. Noch aber leben 25 Millionen Menschen mit einer HIV-Infektion alleine in den 21 afrikanischen Ländern südlich des Äquators, 58 Prozent von ihnen sind Frauen. Und auch wenn die Zahl der Aids-Toten um mehr als ein Drittel zurückgegangen ist, so ist die Infektionskrankheit noch immer Haupttodesursache auf dem gesamten Kontinent.

          Nach UN-Angaben bekommt fast die Hälfte der 35 Millionen HIV-Infizierten auf der Welt inzwischen eine antiretrovirale Therapie. Als Misserfolg werten die Vereinten Nationen, dass sich die Zahl der Neu-Infektionen mit etwa 2,1 Millionen seit 2010 kaum verändert hat. Als positives Beispiel wurde Thailand gewürdigt: Das Königreich mit seinen 450.000 HIV-Infizierten ist der erste Staat im asiatisch-pazifischen Raum, in dem es keine Mutter-Kind-Übertragung des Virus mehr gibt. Allein in der Großregion Asien-Pazifik kommen noch immer jährlich mehr als 21.000 Kinder mit HIV zur Welt.

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