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Zwei Jahre auf der Flucht : Das Krokodil im Gazastreifen

Nach monatelangem Kampf um die Freiheit jetzt wieder hinter Gittern: „der Fels“ Bild: AFP

Viele Menschen im Gazastreifen verdächtigten schon Israelis, ihnen das Tier auf den Hals gehetzt zu haben – jetzt wurde es gefangen: ein 1,7 Meter langes Krokodil.

          Zwei Jahre dauerte es, bis „der Fels“ Polizisten im Gazastreifen endlich ins Netz ging. So nannten die Beamten laut Agenturberichten respektvoll das gut 1,7 Meter lange Krokodil, das die Menschen im Norden Gazas in Angst und Schrecken versetzt hatte. Monatelang kämpfte es um seine Freiheit. Das Reptil war offenbar aus einem Zoo geflüchtet, als es noch klein war. Nach einem längeren Irrweg durch das Kanalsystem ließ es sich in einem Abwasserbassin nieder. Dort wuchs es heran und fing an, Ziegen und Schafe zu jagen, die auf den Wiesen rundherum grasten.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Die Menschen in der Nachbarschaft fürchteten, dass das Krokodil eines Tages auch sie angreifen könnte. Die Polizei entschloss sich einzugreifen, „bevor es eine Gefahr für Menschen werden konnte“. Viele Menschen im Gazastreifen verdächtigten schon die Israelis, ihnen das Tier auf den Hals gehetzt zu haben.

          Doch die Jagd war schwieriger als gedacht und nahm zwei Wochen in Anspruch: Zunächst versuchte man, das Krokodil mit Fischernetzen zu fangen. Als das nicht gelang, legten Arbeiter kurzerhand den ganzen Tümpel trocken. Auch dann noch brauchten sie Netze, mit denen sonst Haie gefangen werden, um das Reptil zu überwältigen.

          Jetzt lebt „der Fels“ im neuen Zoo von Beit Lahia zusammen mit vier anderen Krokodilen. Wahrscheinlich wurde das Reptil einst durch einen der Schmuggeltunnel aus Ägypten in den Gazastreifen gebracht. Durch sie sollen früher sogar Löwen nach Gaza geschmuggelt worden sein. Der Bedarf an neuen exotischen Tieren ist groß, weil viele während des jüngsten Krieges vor vier Jahren umgekommen sind. Andere irrten während der Wirren der israelischen Militäroffensive tagelang zwischen den Fronten durch die Stadt. Wenigstens „der Fels“ hat nun ein Zuhause.

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