20.03.2007 · Schneekettenpflicht in Spanien, Stromausfälle in Österreich und Blitzeis in Deutschland - einen Tag vor dem kalendarischen Frühlingsanfang ist der Winter nach Europa zurückgekehrt. Minusgrade und heftige Niederschläge führten vielerorts zu Unfällen und Verkehrsbehinderungen.
Im Süden Österreichs kam es wegen des Wetters zu massenhaften Stromausfällen. Fast 40.000 Haushalte saßen dem Rundfunk ORF zufolge im Dunkeln. Zahlreiche Bäume waren unter der Last des nassen Schnees auf Leitungen gestürzt. Im Bundesland Kärnten mussten alle drei Autobahnen gesperrt werden. Tausende Autofahrer steckten über Nacht im Schnee fest.
Bei einer Lawinensprengung kam ein Mitarbeiter der Bergbahnen ums Leben. Nach ersten Informationen war eine Sprengladung zu früh explodiert. Mindestens zehn Menschen wurden bei Verkehrsunfällen in Österreich verletzt. Zahlreiche Straßen und Bahnstrecken in der Steiermark, in Tirol und Vorarlberg waren unpassierbar. Vielerorts wurden Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt. Auf Pass- und Bergstraßen herrschte Kettenpflicht. Die Lawinendienste meldeten verbreitet Warnstufe vier auf der fünfteiligen Skala.
Fahrverbot für Lastwagen in Spanien
In Italien sanken die Temperaturen teilweise um 15 Grad, in Teilen Spaniens um mehr als zehn Grad. Im Baskenland fielen 20 Zentimeter Neuschnee. In Tschechien stürzte das Dach einer Tennishalle unter der Schneelast ein. Aus der Schweiz wurden zahlreiche Verkehrsunfälle gemeldet. Nach Angaben der Nachrichtenagentur sda waren viele Autofahrer bereits mit Sommerreifen unterwegs.
In Spanien waren nach Angaben der Behörden 14 Bergpässe unpassierbar, mehr als 40 nur mit Schneeketten befahrbar. Im Baskenland erließ die Regierung auf mehreren Autobahnen ein Fahrverbot für Lastwagen. Auf der Autobahn von Burgos in Richtung Portugal saßen 300 Lkw im Schnee fest. Auf mehreren Bahnstrecken musste der Betrieb vorübergehend eingestellt werden. In weiten Teilen Nordspaniens sanken die Temperaturen auf minus drei Grad. Dazu wehten heftige Stürme mit Böen von bis zu 150 Kilometern pro Stunde.
Blitzeis verursachte in Rheinland-Pfalz eine Unfallserie, an der sieben Autos, ein Motorrad und zwei Lastwagen beteiligt waren. Zur Bergung der Fahrzeugwracks musste die Autobahn 61 zwischen Ludwigshafen und Speyer zeitweise gesperrt werden. Sieben Personen wurden verletzt. In Niedersachsen starb ein Autofahrer in der Nacht zum Dienstag, weil er wegen überfrierender Nässe ins Schleudern geriet und gegen einen Baum prallte. Im Thüringer Wald und im Schiefergebirge kam der Verkehr nach mehreren Glätteunfällen zum Erliegen. In Bayern und Baden-Württemberg kam es ebenfalls zu vielen Unfällen, wobei es meist bei Blechschäden blieb. Vor allem im Ober- und Ostallgäu gab es auf Nebenstrecken in höheren Lagen zum Teil erhebliche Behinderungen.