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Winterchaos in Österreich : Ischgl und Galtür noch immer abgeschnitten

In Österreich besteht nach starken Schneefällen erhöhte Lawinengefahr Bild: dpa

Schnee, Schnee, Schnee: Nach dem über Österreich hereingebrochenen Winterchaos beseitigen Salzburg, Tirol und Vorarlberg allmählich die Sturmschäden.

          In den Gebirgsregionen Österreichs beeinträchtigen Schneemassen weiter den Alltag. Zwar entspannte sich die Lage in Tirol, Salzburg und Vorarlberg am Dienstag langsam. Doch wegen der großen Lawinengefahr, zahlreicher Straßen- und Bahnsperrungen sowie frischer Schneefälle waren noch immer manche Orte von der Umgebung abgeschnitten. In Salzburg (Land) waren am Dienstag noch viele Verkehrsverbindungen unterbrochen. Die Einsatzkräfte beseitigten weiter Bäume, die unter der Schneelast eingeknickt waren. Der Bezirk Pinzgau war zumindest über das kleine Deutsche Eck (über Bad Reichenhall) zu erreichen. Mehr als 100 Helfer der Feuerwehren, Straßenmeistereien, des Bundesheeres und privater Holzunternehmen waren allein an der Pinzgauer Bundesstraße 311 zwischen Taxenbach und Lend beschäftigt. Dort konnten die umgestürzten Bäume am Montagabend noch so weit beseitigt und schiefhängende Bäume oberhalb der Straße so weit gesichert werden, dass Pendler die Straße am Dienstagmorgen für drei Stunden befahren konnten. Wegen Lawinengefahr waren auch die Felbertauern-Bundesstraße, die Gerlos-Bundesstraße auf der Passhöhe, die Hochkönig-Bundesstraße beim Filzensattel und beim Dientner Sattel gesperrt.

          Michaela Seiser

          Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Mit großem Einsatz an Hilfskräften wurden in den zurückliegenden Tagen auch in Vorarlberg die Schäden weitgehend beseitigt. Allein in den ersten Januartagen war die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle 243 Mal alarmiert worden. Die extreme Wetterlage habe gezeigt, wie wichtig funktionierende regionale Strukturen seien, teilte die Landesregierung in Vorarlberg mit. Nach Angaben des Sicherheitslandrates Erich Schwärzler leisteten die Feuerwehren mit 3900 Personen in den vergangenen Tagen 212 Mal Hilfe, großteils bei der Beseitigung von Sturmschäden. Außerdem waren etliche Male Hubschrauber im Einsatz, um Lawinen zu erkunden, Retter an Ort und Stelle zu bringen oder mit den Rotoren Schnee von den Bäumen zu blasen. Die Bergrettung unternahm sechs Such- und Evakuierungseinsätze. Dass die Lage mancherorts immer noch heikel ist, zeigte am Dienstagvormittag ein Lawinenabgang auf die Raggaler Straße (L88) im Großen Walsertal, die vorerst gesperrt ist. Verletzt wurde niemand. Ebenfalls weiter nicht zu befahren ist die Arlbergbahnstrecke.

          In Tirol wurde die Lawinengefahr am Dienstag verbreitet auf „erheblich“ zurückgestuft, das ist Stufe 3 auf der fünfteiligen Skala. Nach wie vor waren aber etliche Straßen und Bahnverbindungen wegen umgestürzter Bäume oder Lawinengefahr unpassierbar. Unter anderem war die Paznauntalstraße (B188) ab Kappl gesperrt, damit waren Ischgl und Galtür nach wie vor nicht erreichbar. Der Lawinenwarndienst teilte mit, die größte Gefahr gehe von frischen Triebschneeansammlungen und von Gleitschnee auf steilen Wiesenhängen aus. Lawinen könnten im steilen Gelände schon von geringer Belastung ausgelöst werden. Zudem dürften sich mit dem zum Teil stürmischen Wind in höheren Lagen neue Triebschneepakete bilden. Eine weitere Schwierigkeit bilden Gleitschneelawinen auf steilen Wiesenhängen in tiefen und mittleren Lagen. Wintersportler müssten besondere Vorsicht walten lassen.

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