Home
http://www.faz.net/-gum-6wn8a
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Winterchaos in Österreich Ischgl und Galtür noch immer abgeschnitten

Schnee, Schnee, Schnee: Nach dem über Österreich hereingebrochenen Winterchaos beseitigen Salzburg, Tirol und Vorarlberg allmählich die Sturmschäden.

© dpa In Österreich besteht nach starken Schneefällen erhöhte Lawinengefahr

In den Gebirgsregionen Österreichs beeinträchtigen Schneemassen weiter den Alltag. Zwar entspannte sich die Lage in Tirol, Salzburg und Vorarlberg am Dienstag langsam. Doch wegen der großen Lawinengefahr, zahlreicher Straßen- und Bahnsperrungen sowie frischer Schneefälle waren noch immer manche Orte von der Umgebung abgeschnitten. In Salzburg (Land) waren am Dienstag noch viele Verkehrsverbindungen unterbrochen. Die Einsatzkräfte beseitigten weiter Bäume, die unter der Schneelast eingeknickt waren. Der Bezirk Pinzgau war zumindest über das kleine Deutsche Eck (über Bad Reichenhall) zu erreichen. Mehr als 100 Helfer der Feuerwehren, Straßenmeistereien, des Bundesheeres und privater Holzunternehmen waren allein an der Pinzgauer Bundesstraße 311 zwischen Taxenbach und Lend beschäftigt. Dort konnten die umgestürzten Bäume am Montagabend noch so weit beseitigt und schiefhängende Bäume oberhalb der Straße so weit gesichert werden, dass Pendler die Straße am Dienstagmorgen für drei Stunden befahren konnten. Wegen Lawinengefahr waren auch die Felbertauern-Bundesstraße, die Gerlos-Bundesstraße auf der Passhöhe, die Hochkönig-Bundesstraße beim Filzensattel und beim Dientner Sattel gesperrt.

Mehr zum Thema

Michaela Seiser Folgen:

Mit großem Einsatz an Hilfskräften wurden in den zurückliegenden Tagen auch in Vorarlberg die Schäden weitgehend beseitigt. Allein in den ersten Januartagen war die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle 243 Mal alarmiert worden. Die extreme Wetterlage habe gezeigt, wie wichtig funktionierende regionale Strukturen seien, teilte die Landesregierung in Vorarlberg mit. Nach Angaben des Sicherheitslandrates Erich Schwärzler leisteten die Feuerwehren mit 3900 Personen in den vergangenen Tagen 212 Mal Hilfe, großteils bei der Beseitigung von Sturmschäden. Außerdem waren etliche Male Hubschrauber im Einsatz, um Lawinen zu erkunden, Retter an Ort und Stelle zu bringen oder mit den Rotoren Schnee von den Bäumen zu blasen. Die Bergrettung unternahm sechs Such- und Evakuierungseinsätze. Dass die Lage mancherorts immer noch heikel ist, zeigte am Dienstagvormittag ein Lawinenabgang auf die Raggaler Straße (L88) im Großen Walsertal, die vorerst gesperrt ist. Verletzt wurde niemand. Ebenfalls weiter nicht zu befahren ist die Arlbergbahnstrecke.

In Tirol wurde die Lawinengefahr am Dienstag verbreitet auf „erheblich“ zurückgestuft, das ist Stufe 3 auf der fünfteiligen Skala. Nach wie vor waren aber etliche Straßen und Bahnverbindungen wegen umgestürzter Bäume oder Lawinengefahr unpassierbar. Unter anderem war die Paznauntalstraße (B188) ab Kappl gesperrt, damit waren Ischgl und Galtür nach wie vor nicht erreichbar. Der Lawinenwarndienst teilte mit, die größte Gefahr gehe von frischen Triebschneeansammlungen und von Gleitschnee auf steilen Wiesenhängen aus. Lawinen könnten im steilen Gelände schon von geringer Belastung ausgelöst werden. Zudem dürften sich mit dem zum Teil stürmischen Wind in höheren Lagen neue Triebschneepakete bilden. Eine weitere Schwierigkeit bilden Gleitschneelawinen auf steilen Wiesenhängen in tiefen und mittleren Lagen. Wintersportler müssten besondere Vorsicht walten lassen.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Berliner Philharmoniker Kirill Petrenko wird Nachfolger Simon Rattles

Die Berliner Philharmoniker hatten sich Zeit nehmen wollen, um einen Nachfolger für ihren Chefdirigenten Simon Rattle zu finden. Jetzt geben sie bekannt, dass Kirill Petrenko nach Berlin zurückkehren wird. Mehr

22.06.2015, 11:26 Uhr | Feuilleton
Österreichische Alpen Lawine tötet zwei Skifahrer

Es ist ein Schock für das Ski-Team aus Amerika: Zwei ihrer Nachwuchssportler sind durch eine Lawine getötet worden. Der 19-jährige Bryce Astle und der 20-jährige Ronnie Berlack waren in den österreichischen Alpen trainieren, als sich die Lawine löste. Vier weitere Fahrer überlebten das Unglück. Mehr

06.01.2015, 16:12 Uhr | Gesellschaft
Verkehrsunfälle Fahranfängerin und Motorradfahrer sterben

Beide Personen gerieten in den Gegenverkehr: Eine Fähranfängerin verlor in der Nähe von Büdingen die Kontrolle über ihren Kleinwagen und ein Motorradfahrer prallte in der Nähe von Lich mit einem Lastwagen zusammen. Mehr Von Jens Joachim, Büdingen/Fernwald

22.06.2015, 19:25 Uhr | Rhein-Main
Spanien Winterwetter sorgt für eingeschneite Strände

Zum zweiten Tag in Folge hat es in Nordspanien heftig geschneit. Straßen mussten gesperrt und Schulen geschlossen werden. An den Stränden lag Schnee. Mehr

07.02.2015, 12:03 Uhr | Gesellschaft
Zur Tigerjagd nach Sumatra Sisyphos in Planquadrat AA 130

Wer als Fußsoldat der Wissenschaft zwei Wochen lang im Regenwald Daten über den bedrohten Sumatra-Tiger sammelt, muss mit immer nassen Hemden, gierigen Blutegeln und dornigen Lianen zurechtkommen - und gerät manchmal auch ins Zweifeln. Mehr Von Franz Lerchenmüller

28.06.2015, 15:33 Uhr | Reise
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 10.01.2012, 17:35 Uhr