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Wilderei Wieder Elfenbein in den Hotelboutiquen

Im Pendjari-Nationalpark machen Wilderer ungestört Jagd auf Elfenbein. Das mit deutscher Hilfe vorbildlich geschützte Gebiet könnte an seinem Erfolg zugrunde gehen.

© LAIF Wilderer sind hinter ihren Stoßzähnen her: Elefanten im Pendjari-Nationalpark in Benin

Es gibt wieder Elfenbein zu kaufen in Benin. Es wird ungeniert angeboten, obwohl das illegal ist. Und so unglaublich es klingt: Dies ist auch eine Folge deutscher Entwicklungshilfe. Obwohl erst vor einem viertel Jahr Interpol mit koordinierten Razzien in Afrika, mit der Beschlagnahme zweier Tonnen Elfenbein und mit 200 Festnahmen versucht hatte, das Washingtoner Artenschutzabkommen durchzusetzen, das den Handel verbietet, waren in mindestens zwei Hotelboutiquen von Cotonou, dem Wirtschaftszentrum von Benin, ganze Reihen polierter und geschnitzter Stoßzähne zum Verkauf ausgestellt.

Michael Reinsch Folgen:

Die Vermutung liegt nahe, dass sie aus dem Pendjari-Nationalpark im Norden des kleinen Staates an der Westküste Afrikas stammen. Anlieger dort berichten, dass Wilderer ungestört in dem riesigen Naturschutzgebiet campieren, dass illegale Beweidung und illegale Jagd zunehmen, dass das System der Patrouillen von Wildhütern zusammengebrochen ist. Er vermute, dass in den vergangenen Monaten 20 Elefanten abgeschlachtet wurden, sagt ein Bewohner am Telefon. Das entspreche einer halbe Tonne Elfenbein. Eben weil der Pendjari zu den am besten geschützten Naturreservaten Westafrikas zählte, hat sich der Elefantenbestand durch Fortpflanzung und durch Zuwanderung so vermehrt, dass Besucher große Herden beobachten können.

Anlieger und Tiere profitieren

Mit einer Petition, die mehr als 80.000 Unterstützer fand, fordert die Gruppe „Freunde des Pendjari“ den Präsidenten von Benin, Boni Yayi, und den deutschen Entwicklungsminister Dirk Niebel auf, den Niedergang des Parks zu verhindern. In mehr als 15 Jahren deutsch-beninischer Entwicklungszusammenarbeit wurde aus dem Nationalpark von der Größe des Saarlandes ein Schutzgebiet für Wildtiere und ein Beispiel für die organisierte Beteiligung der Anlieger an dessen Erhaltung und Nutzung. Das alles scheint gefährdet, seit der zuständige Minister im November 2011 den Direktor des Nationalparks mit fadenscheiniger Begründung abberief und den Posten freihändig neu besetzte.

Seit 1996 haben die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (inzwischen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit), der Deutsche Entwicklungsdienst und die KfW-Entwicklungsbank reichlich 20 Millionen Euro in die Infrastruktur des Parks und in ein komplexes System von Verwaltung und Beteiligung gesteckt. Die etwa 30.000 Menschen, die in 23 Dörfern an den Rändern des Parks in Benin leben, sollten am Ertrag des Parks beteiligt und so für ein Engagement im Naturschutz gewonnen werden.

Das Ministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sei sensibilisiert, sagt Christian Ruck, stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag und Berichterstatter der CDU/CSU-Arbeitsgruppe Umwelt. Mit dem Botschafter von Benin spricht er über das Thema. „Ich bin in großer Sorge, schließlich ist es eines unserer wirklich erfolgreichen Projekte.“

Lob von der Unesco für die Erfolge im Pendjari

Der Nationalpark Pendjari ist insofern ungewöhnlich, als in drei Gebieten innerhalb des Biosphärenreservats Jagdlizenzen vergeben sind. Da die Jäger, die dort überwiegend Büffel und Antilopen erlegen, vor allem an Jagdtrophäen interessiert sind, kann die Parkverwaltung den Anwohnern das Fleisch zur Verfügung stellen, das zu niedrigen Preisen abgegeben wird. Damit entfällt ein starker Antrieb zur Wilderei. Zudem wird der Ertrag des Nationalparks aus Eintrittsgeld, Jagdlizenzen und den Gebühren für die einzelnen Abschüsse vom Pavian bis zum Löwen zu gleichen Teilen zwischen Staat, Parkverwaltung und der Vertretung der Anwohner aufgeteilt.

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