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Wetter Zwischen Jahrhundertdürre und Juni-Schnee

08.06.2005 ·  Europa erlebt Wetterextreme: Während die Menschen auf der Iberischen Halbinsel unter ungewöhnlicher Hitze stöhnen, fällt in Deutschland und seinen östlichen Nachbarn sogar Schnee.

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Wetterkapriolen in Europa: Während ein Kälteeinbruch in einigen Ländern die Menschen bibbern läßt, leiden in anderen Staaten die Bewohner unter Hitze und Dürre. Mitten im Juni fröstelten die Polen bei Temperaturen von maximal sieben Grad. Schneepflüge rückten in Österreichs Alpen aus. Bei Bodenfrost stellten viele Deutsche die Heizung wieder an. In Belgrad holten die Menschen abermals die Wintermäntel aus dem Schrank. Dagegen stehen in Portugal zwei Jahre nach dem größten Flammeninferno in der Geschichte des Landes wieder Waldflächen in Brand. In Spanien und Frankreich läßt die Sonne schon das Wasser knapp werden.

In den vergangenen Tagen brachen in Portugal Dutzende von Feuersbrünsten aus. Am Mittwoch kämpften die Löschmannschaften noch gegen vier größere Waldbrände in den Gegenden von Viseu, Guarda und Aveiro im Zentrum des Landes. Die Portugiesen fürchten, daß die Katastrophe von 2003 sich wiederholen könnte. Das Land erlebt derzeit die schlimmste Dürre seit 300 Jahren. Eine Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 41 Grad erhöht die Feuergefahr.

Im benachbarten Spanien führen die Flüsse infolge der „Jahrhundertdürre“ nur einen Bruchteil der sonst üblichen Mengen an Wasser. Die Behörden riefen zum Sparen beim Wasserverbrauch auf. Viele Südfrüchte sind verdorben. Ähnliches ereignet sich in Frankreich. Dort gelten an der Atlantikküste, in der Normandie und im Norden des Landes wegen ungenügender Regenfälle Einschränkungen. Autowaschen ist untersagt, für Schwimmbäder gibt es kein Wasser, Grünflächen dürfen nicht bewässert werden.

Kältester Juni seit 44 Jahren in Bosnien

Winterliche Temperaturen dagegen in den österreichischen Alpen: Dort hat die sogenannte Schafskälte bis zu 20 Zentimeter Neuschnee gebracht. Schneepflüge und Räumfahrzeuge mußten ausrücken. Der Sölkpaß in der Steiermark wurde vorübergehend aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Großglockner Hochalpenstraße zwischen Heiligenblut und Fusch und der Radstädter Tauernpaß waren nur mit Ketten befahrbar.

In Belgrad zeigte das Thermometer nur neun Grad. Außergewöhnlich für diese Jahreszeit waren auch die Schneefälle im Biokovo-Gebirge an der dalmatinischen Adriaküste bei der kroatischen Stadt Makarska. Bosnien erlebt den kältesten Juni seit mehr als vier Jahrzehnten, in einigen Orten fiel Schnee, selbst in der Nähe von Sarajewo und der Atlantikküste. In Polen ist bei Temperaturen zwischen sieben und elf Grad ebenfalls Zittern angesagt. Urlauber in der südpolnischen Gebirgsregion Hohe Tatra erleben eine „Sommerfrische“ von extremer Art: Am Mittwoch fiel bei minus zwei Grad auf den Bergen Schnee.

Schafskälte von Norden bis Süden

Die Schafskälte hat auch Oberwiesenthal im Erzgebirge in Sachsen für einige Stunden ein winterliches Intermezzo beschert. Morgens schneite es in dem 914 Meter hoch gelegenen Ort, Schneeglätte behinderte den Verkehr, der Winterdienst rückte zum Räumen aus. Pullover statt T-Shirts waren bei niedrigen Temperaturen ebenfalls in Hamburg und Schleswig-Holstein angesagt. In Mainz und Saarbrücken hatte die Kältewelle schon in den vergangenen Nächten für tiefeTemperaturen gesorgt. Während manche noch einmal die Heizung anstellten, vergnügten sich andere fast trotzig mit Eiscreme.

Die Kälte hatte auch ganz Bayern im Griff. In den Bergen fiel bis auf 1000 Meter Schnee, im Flachland näherten sich nach Angaben von Meteomedia die Nachttemperaturen dem Gefrierpunkt. Auf der Zugspitze wurden minus elf Grad gemessen. Am Wallberg, dem Wendelstein und auf der Winklmoosalm fielen einige Zentimeter Schnee.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, AFP
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