11.07.2010 · Ganz Deutschland leidet unter der drückenden Hitze, die im Laufe des Sonntag einen neuen Höchstwert erreichen könnte. In einem ICE aus Berlin mit ausgefallener Klimaanlage spielten sich offenbar dramatische Szenen ab.
Deutschland glüht einem Hitzerekord entgegen: Bei Temperaturen von knapp unter 40 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit herrschte bereits am Samstag Tropenklima. Und am Sonntag soll es noch heißer werden.
In vielen Orten, darunter in Berlin oder in Bayern, wurde nachmittags die Rekord-Marke des bisherigen Jahres geknackt. Die Spitzenmarken aus dem Supersommer 2003 wurden aber noch nicht erreicht. Damals wurde im August in Roth bei Nürnberg der Rekordwert von 40,4 Grad Celsius gemessen.
Ausgerechnet in der Gluthitze machten sich tausende Autofahrer auf die Fahrt in den Urlaub, es kam zu kilometerlangen Staus in Richtung Norden und entlang der Ostseeküste. Auch in Österreich warteten auf der Tauernautobahn von Bayern Richtung Süden die Urlauber bei Gluthitze in ihren Autos und konnten nur vom Badespaß träumen.
Hitzechaos im ICE ohne Klimaanlage
In einem ICE aus Berlin mit defekter Klimaanlage spielten sich angesichts der Hitze dramatische Szenen ab. Mehrere Schüler waren auf dem Rückweg von einer Klassenfahrt im Zug zusammengebrochen. Laut Augenzeugen war die Klimaanlage im Zug ausgefallen. Ein Sprecher der Deutschen Bahn AG bestätigte, dass es am Samstag in mehreren Zügen zu Problemen mit den Klimaanlagen gekommen sei und Reisende in Bussen oder Ersatzzügen weitertransportiert werden mussten. Zu dem Vorfall in Bielefeld hatte er keine Erkenntnisse.
Das Bielefelder „Westfalen-Blatt“ berichtete, dass am frühen Samstagabend Großalarm für Feuerwehr und Rettungsdienst ausgelöst worden sei. Nach Ankunft des Zuges aus Berlin mussten neun Jugendliche ins Krankenhaus gebracht werden, insgesamt 27 Schüler benötigten medizinische Hilfe.
Mitreisende berichteten, dass die Temperaturen im Zug auf über 50 Grad geklettert seien. Ein Mutter habe in ihrer Verzweiflung versucht, während der Fahrt mit dem Nothammer die Scheibe einzuschlagen, damit ihr kurz vor dem Kollaps stehender kleiner Sohn Luft bekäme. Dehydrierte Schüler wären zusammengeklappt und hätten in den Gängen gelegen. „Das war wie in einer Sauna. Fünf Minuten später wären bestimmt alle kollabiert“, sagte der Schüler Bastian F. (16) dem „Westfalen-Blatt“. Der Zeitung zufolge waren mehr als 90 Rettungskräfte auf dem Bielefelder Hauptbahnhof im Einsatz.
Abkühlung frühestens am Dienstag
Mit Abkühlung ist nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes frühestens am Dienstag zu rechnen. Dann sollen die Temperaturen in Teilen Nordwestdeutschlands kurzzeitig auf etwa 25 Grad sinken. In Ostdeutschland bleibt es allerdings glühend heiß.
In der Heimat meiner Eltern
Hiep Van Tran (WatersToronto)
- 11.07.2010, 15:29 Uhr
In Vietnam ist es also noch schlimmer....
Michael Germer (MGermer)
- 12.07.2010, 10:20 Uhr