06.08.2004 · Eine weitere Generation Heuschrecken reift heran. Schon im September könnten neue Schwärme den bereits stark mitgenommenen Ernten in Nord- und Westafrika den Rest geben.
Die schwerste Heuschreckenplage seit 15 Jahren in Afrika droht sich weiter zu verschärfen. Experten der Vereinten Nationen fürchten, daß noch in diesem Monat eine neue Generation Schädlinge in Westafrika schlüpft. „Erste neue Schwärme könnten sich dann von Mitte September an auf den Weg machen und die anstehenden Ernten schwer bedrohen“, erklärte die Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) in Rom. Die Zahl der Tiere kann sich innerhalb von drei Monaten verzehnfachen.
Falls die Plage nicht durchgreifend bekämpft werde, könnten diese Schwärme wieder in den nördlichen und nordwestlichen Ländern Afrikaseinfallen, hieß es weiter. Bewohner der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott berichteten, durch den Heuschreckeneinfall habe sich „der Himmel über der Stadt verdunkelt“. Zeitweise sei der Straßenverkehr wegen schlechter Sicht zum Erliegen gekommen. Schattenspendende Bäume seien in Windeseile kahlgefressen worden. „Grüne Gebiete wurden in Sekunden braun.“
Bisher keine Schwärme in Dafur
Die FAO hat bereits an die internationale Gemeinschaft appelliert, den betroffenen armen Ländern bei der Bekämpfung zu helfen. Den Staaten mangele es an Flugzeugen und Material zur Insektenvernichtung. Am stärksten bedroht seien derzeit Senegal, Mauretanien, Mali und Niger. Gefährdet seien aber auch der Tschad und der westliche Sudan. Bisher hätten allerdings keine Schwärme die sudanesische Krisenregion Darfur erreicht.