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Samstag, 18. Februar 2012
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Walfang-Kommission Mehr Walschutz und mehr Walfang

19.06.2003 ·  Der Schutz der Meeressäuger ist beschlossene Sache. Doch am letzten Tag der Jahrestagung der Walfang-Kommission trat der Graben zwischen traditionellen Walfangländern und dem Rest der Welt deutlich zu Tage.

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Als "Lichtblick" hat Petra Deimer, für Deutschland im Wissenschaftsausschuß der Internationalen Walfang-Kommission (IWC), die schon am Montag verabschiedete "Berlin Initiative" genannt. Damit werde endlich das Augenmerk auch auf die kleineren Walarten gelenkt, die zu Hunderttausenden als Beifang in Fischernetzen sterben. Auch die deutsche Bundesregierung und Naturschutzorganisationen sprachen am Donnerstag davon, daß die Tagung der IWC in Berlin eine entscheidende Verbesserung für die Wale gebracht habe.

Ebenfalls am letzten Tag des Treffens veröffentlichten 15 Staaten, unter ihnen die Walfangnationen Japan und Norwegen sowie Island, ein Papier, das vor den Folgen der Resolution warnte: "Wir sind in tiefer Sorge darüber, daß die Annahme der ,Berlin Initiative' und das neu einzurichtende Schutzkomitee letztlich die schon jetzt polarisierte und arbeitsunfähige IWC zerstören wird." Zudem werde die Hauptarbeit der IWC, das Revised Management Scheme (RMS), in Frage gestellt.

Kaum Fortschritte

Mit dem überarbeiteten Bewirtschaftungssystem, das die Einhaltung der Abschußzahlen überwachen soll, beschäftigen sich die mittlerweile 50 Mitgliedsländer schon seit zehn Jahren. Auch die Meeresbiologin Petra Deimer ist der Meinung, in Berlin seien kaum Fortschritte gemacht worden. Allerdings habe Japan erstmals sein wahres Gesicht gezeigt. "Die Japaner haben an dem RMS gar kein Interesse." So lehnten sie etwa eine DNA-Datei ab, mit der man nachvollziehen könne, ob Wale illegal gejagt werden. "Jedes Jahr taucht auf japanischen Märkten Fleisch von geschützten Walarten auf."

Am Mittwoch abend forderte die IWC Japan und Island auf, auf den Walfang aus wissenschaftlichen Gründen zu verzichten. Japan kündigte gleichwohl an, mit dem Forschungsprogramm fortzufahren. Zudem erhöhte Tokio die Fangquote für Zwergwale von 50 auf 150 Tiere. Island, das erstmals wieder beantragt hatte, 2004 und 2005 jeweils 250 Wale zu jagen, ließ offen, ob es nach dem nicht bindenden Votum auf den wissenschaftlichen Walfang verzichten wird. Mehrere Mitglieder des Wissenschafsausschusses sagten, daß gerade Islands geplantes Forschungsprogramm wichtige Ergebnisse zum Verständnis des Ökosysetms Nordatlantik bringen könnte.

Quelle: pps. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.06.2003, Nr. 140 / Seite 9
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