Home
http://www.faz.net/-guq-760jo
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Wacken Open-Air-Festival darf weiter rocken

Die Veranstalter des Wacken-Open-Airs, des größten Heavy Metal-Festivals der Welt, haben sich außergerichtlich mit einer Klägerin geeinigt. Sollte es zu laut werden, zahlen sie an wohltätige Organisationen.

© dpa Vergrößern Die Veranstalter des Wacken Open Air, hier Thomas Jensen, zahlen freiwillig Geld an wohltätige Organisationen, falls es zu laut wird.

Die Konzerte auf dem weltgrößten Heavy-Metal-Festival in Wacken bei Itzehoe (Kreis Steinburg) dürfen auch in diesem Jahr wie gewohnt stattfinden. Die Klage vor dem Verwaltungsgericht Schleswig wegen der Lautstärke des Festivals ist vom Tisch, wie Rechtsanwalt Jens-Ulrich Kannieß am Donnerstag miteilte. Der Vertreter der Kläger und die Veranstalter einigten sich außergerichtlich. „Wenn der Geräuschpegel von 70 Dezibel im Mittel überschritten wird, zahlt der Veranstalter künftig 1000 Euro an die Gemeinde“, sagte Kannieß.

70 Dezibel entsprächen der Lautstärke eines laufenden Rasenmähers. Die Gemeinde soll das Geld an soziale Einrichtungen weiterleiten. Dieser Vorschlag kam laut Rechtsanwalt von den Veranstaltern selbst. Die Einhaltung des Vergleichs soll künftig eine amtlich anerkannte Messstelle überprüfen.

Im Bayreuth des Nordens Von der Masse getragen: einmal im Jahr verschmilzt das beschauliche Wacken zu einem großen schwitzenden Leib © APN Bilderstrecke 

Rechtsanwalt Kannieß vertritt eine Frau und einen Mann aus Wacken, die gegen das Amt Schenefeld geklagt hatten, weil sie sich durch den Festivallärm belästigt fühlten. Die Genehmigungsbehörde hatte sich auf eine Ausnahmeregel berufen, nach der bei seltenen Ereignissen der Lärmgrenzwert von 70 auf 90 Dezibel hochgeschraubt werden kann. Die Veranstalter des Wacken-Open-Air hatten stets bestritten, dass vor dem Haus der Klägerin ein Wert von 90 Dezibel erreicht werde.

Sobald er den von der Gegenseite unterschriebenen Vergleich in Händen halte, werde er die Klage zurückziehen, sagte Kannieß. Er wollte dies voraussichtlich noch am Donnerstag erledigen. Damit wäre der ursprünglich für den 18. Februar vorgesehene Verhandlungstermin vor dem Verwaltungsgericht überflüssig.

Mehr zum Thema

Zum „Wacken Open Air 2013“ werden 75.000 Heavy-Metal-Fans erwartet. Rund hundert Bands spielen in der ersten Augustwoche zum Teil gleichzeitig mit einer Lautstärke von bis zu 120 Dezibel auf. Die Karten für das Spektakel sind seit Monaten ausverkauft.

Quelle: FAZ.NET mit dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Formel 1 Ferrari-Chef fordert radikale Reformen

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene will Formel-1-Rennwagen, die ästhetisch ansprechender seien und einen Klang erzeugen, der einem die Haare zu Berge stehen lässt wie bei einer Heavy-Metal-Band. Mehr

24.01.2015, 17:08 Uhr | Sport
Die Invasion der Metaller

Jedes Jahr Anfang August wird Wacken überrannt. Zu Zehntausenden strömen blasse, langhaarige und großflächig tätowierte Gestalten in das Dorf in der schleswig-holsteinischen Provinz. Die Horden sehen finster aus, doch keine Angst: Die tun nichts. Mehr Von Peter Badenhop und Frank Röth (Fotos)

04.08.2014, 08:33 Uhr | Gesellschaft
Verwaltungsgericht Regensburg Überlastung durch Asylverfahren

Der Kontrast zu Forderungen der CSU nach verkürzten Asylverfahren könne kaum größer sein: Das Verwaltungsgericht Regensburg beklagt Personalnot wegen der wachsenden Anzahl der Klagen von Asylbewerbern. Mehr

28.01.2015, 15:24 Uhr | Politik
State Festival Kunst trifft Wissenschaft

Dieses Festival ist ein Experiment, weil es zum ersten Mal in Deutschland versucht, Künstler und Wissenschaftler an drei Tagen an einem Ort aufeinander treffen zu lassen. Mehr

28.10.2014, 10:19 Uhr | Wissen
Künstlername für Escort-Dame Prostitution ist keine Kunst

Ihr Job sei so etwas wie Kunst, sagt die Betreiberin eines Escortservices, und will sich ihren Künstlernamen als Pseudonym in den Ausweis eintragen lassen. Aber das Verwaltungsgericht Berlin hat eine andere Definition von künstlerischem Schaffen. Mehr

26.01.2015, 12:34 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 24.01.2013, 14:13 Uhr