Home
http://www.faz.net/-gum-760jo
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 Plus

Veröffentlicht: 24.01.2013, 14:13 Uhr

Wacken Open-Air-Festival darf weiter rocken

Die Veranstalter des Wacken-Open-Airs, des größten Heavy Metal-Festivals der Welt, haben sich außergerichtlich mit einer Klägerin geeinigt. Sollte es zu laut werden, zahlen sie an wohltätige Organisationen.

© dpa Die Veranstalter des Wacken Open Air, hier Thomas Jensen, zahlen freiwillig Geld an wohltätige Organisationen, falls es zu laut wird.

Die Konzerte auf dem weltgrößten Heavy-Metal-Festival in Wacken bei Itzehoe (Kreis Steinburg) dürfen auch in diesem Jahr wie gewohnt stattfinden. Die Klage vor dem Verwaltungsgericht Schleswig wegen der Lautstärke des Festivals ist vom Tisch, wie Rechtsanwalt Jens-Ulrich Kannieß am Donnerstag miteilte. Der Vertreter der Kläger und die Veranstalter einigten sich außergerichtlich. „Wenn der Geräuschpegel von 70 Dezibel im Mittel überschritten wird, zahlt der Veranstalter künftig 1000 Euro an die Gemeinde“, sagte Kannieß.

70 Dezibel entsprächen der Lautstärke eines laufenden Rasenmähers. Die Gemeinde soll das Geld an soziale Einrichtungen weiterleiten. Dieser Vorschlag kam laut Rechtsanwalt von den Veranstaltern selbst. Die Einhaltung des Vergleichs soll künftig eine amtlich anerkannte Messstelle überprüfen.

Im Bayreuth des Nordens Von der Masse getragen: einmal im Jahr verschmilzt das beschauliche Wacken zu einem großen schwitzenden Leib © APN Bilderstrecke 

Rechtsanwalt Kannieß vertritt eine Frau und einen Mann aus Wacken, die gegen das Amt Schenefeld geklagt hatten, weil sie sich durch den Festivallärm belästigt fühlten. Die Genehmigungsbehörde hatte sich auf eine Ausnahmeregel berufen, nach der bei seltenen Ereignissen der Lärmgrenzwert von 70 auf 90 Dezibel hochgeschraubt werden kann. Die Veranstalter des Wacken-Open-Air hatten stets bestritten, dass vor dem Haus der Klägerin ein Wert von 90 Dezibel erreicht werde.

Sobald er den von der Gegenseite unterschriebenen Vergleich in Händen halte, werde er die Klage zurückziehen, sagte Kannieß. Er wollte dies voraussichtlich noch am Donnerstag erledigen. Damit wäre der ursprünglich für den 18. Februar vorgesehene Verhandlungstermin vor dem Verwaltungsgericht überflüssig.

Mehr zum Thema

Zum „Wacken Open Air 2013“ werden 75.000 Heavy-Metal-Fans erwartet. Rund hundert Bands spielen in der ersten Augustwoche zum Teil gleichzeitig mit einer Lautstärke von bis zu 120 Dezibel auf. Die Karten für das Spektakel sind seit Monaten ausverkauft.

Quelle: FAZ.NET mit dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Afghanische Asylbewerber Wie ein Richter über das Schicksal eines Flüchtlings entscheidet

Abschieben nach Afghanistan? Darüber entscheidet ein Richter im Einzelfall. Er muss die Gefahren am Hindukusch beurteilen – und verlässt sich meist auf eine mathematische Gleichung. Ein Besuch im Gerichtssaal. Mehr Von Friederike Böge und Alexander Haneke

02.02.2016, 15:05 Uhr | Politik
Los Angeles Stilechtes Gedenken an Lemmy Kilmister

In einer bewegenden Feier haben Freunde und Angehörige von dem Heavy Metal Musiker Abschied genommen. Lemmy Kilmister starb am 28. Dezember vergangenen Jahres. Mehr

10.01.2016, 12:57 Uhr | Feuilleton
Sparkassen-Check Dubiose Spenden

Ein Bürger aus Lünen hat seine Sparkasse verklagt. Er will wissen, an wen genau seine Sparkasse Geld spendet. Darunter sind auch zweifelhafte Zahlungen. Doch die Sparkassen-Chefs mauern – genau wie die Lokalpolitiker. Mehr Von Jonathan Sachse

29.01.2016, 10:59 Uhr | Finanzen
Eis-Festival in Harbin Hochzeit im Eis

Mehr als ein Dutzend Paare haben sich im kalten Nordosten Chinas das Ja-Wort gegeben. In der Stadt Harbin findet das traditionelle Eis- und Schneeskulpturen-Festival statt. Mehr

07.01.2016, 10:35 Uhr | Gesellschaft
Australian Open Kerber will nun Grafs Grand-Slam-Rekord verteidigen

Angelique Kerber hat das Finale der Australian Open erreicht. Die deutsche Tennisspielerin gewann ihr Halbfinale gegen die Britin Johanna Konta klar in zwei Sätzen. Am Samstag will sie gegen Serena Williams nun auch einer berühmten Landsfrau helfen. Mehr

28.01.2016, 06:58 Uhr | Sport