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Verkehr „Autofreier Tag“ in Europa - geringes Interesse in Deutschland

22.09.2003 ·  Der europaweit geplante „autofreie Tag“ am Montag ist nur in einigen Staaten auf Interesse gestoßen. Geringe Resonanz fand die Aktion in Deutschland, wo nur wenige dem Aufruf „In die Stadt - ohne mein Auto“ gefolgt waren.

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Der europaweit geplante „autofreie Tag“ ist am Montag nur in einigen Staaten auf Interesse gestoßen. Geringe Resonanz fand die aus Frankreich kommende Aktion in Deutschland, wo nur wenige Kommunen und Bürger dem Aufruf „In die Stadt - ohne mein Auto“ gefolgt waren. Der Verkehr lief in Deutschland laut Polizei wie an jedem Tag. Auf den Autobahnen kam es zu den üblichen „Montags-Staus“.

Nach Angaben der Initiatoren nahmen in Deutschland 50 Städte mit Aktionen wie Straßensperrungen und Infoständen über „alternative Mobilität“ teil. Weitere 50 Städte hatten ihre Projekte vorgezogen. So verkehrten am Niederrhein Busse und Bahnen am Samstag teilweise zum Nulltarif. München hatte den Tag schon am 6. September begangen, um das Oktoberfest nicht zu stören.

Spanien mit 237 Städten dabei

In Spanien beteiligten sich 237 Städte am „autofreien Tag“. In Madrid wurde das Zentrum vier Stunden lang für Privatautos gesperrt. Nur Busse, Radfahrer und Krankenwagen durften passieren. Im Nahverkehr fuhren zusätzliche U-Bahnen und Busse. In Portugal machten 65 Städte beim „autofreien Tag“ mit.

An der Umwelt-Aktion beteiligten sich am Montag 72 französische Städte und damit weniger als im Vorjahr (98). In Paris wurden 188 Kilometer Straße für Autos gesperrt. Busse, Taxis, Anwohner und „saubere“ Wagen wie Elektroautos durften die Straßen bei Tempo-Limit 30 nutzen. Die Stadt verlieh kostenlos Fahrräder. Für Parkplätze am Stadtrand galten Sondertarife: fünf Euro fürs Parken plus Leihrad.

Weniger Interesse in der Schweiz

In der Schweiz stieß die Aktion bei 57 Kommunen auf Interesse, 13 weniger als im Vorjahr. Wie das Schweizer Bundesamt für Energie am Montag mitteilte, nahmen auch Kantonshauptstädte wie Basel, Genf, Lausanne und Luzern teil. Der autofreie Sonntag in Kopenhagen wurde in Zeitungsberichten als paradiesisch für Taxen und Busse bezeichnet, die freie Fahrt hatten. Kopenhagen hat neben Amsterdam den höchsten Radler-Anteil am Straßenverkehr in Europa. In Prag kostete die Fahrt mit Bus oder Bahn eine symbolische Summe. In Zagreb (Kroatien) wurde die Innenstadt gesperrt. Pendler sollten auf Fahrräder und öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Belgrad schloß sich der Aktion nicht an. Die Schließung der Innenstadt für Autos würde das Chaos vergrößern, sagte eine Sprecherin der Stadt.

Zum „autofreien Tag“ hatte das „Klima-Bündnis“, ein Zusammenschluß von europaweit 1.200 Kommunen sowie Nichtregierungsorganisationen, aufgerufen. Die Aktion war 1998 in Frankreich entstanden. Seit 2000 wird der Tag europaweit begangen.

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