Taifune und Monsunregen haben in China und auf den Philippinen riesige
Landstriche verwüstet. 2,6 Millionen Menschen waren von den Unwettern betroffen. In China erreichte Taifun „Haikui“ am Mittwoch die Ostküste - der dritte Taifun innerhalb einer Woche. Auf den Philippinen saßen Hunderttausende in überfluteten Gebieten teils in Notunterkünften fest. In beiden Ländern kamen seit vergangener Woche mehrere Dutzend Menschen ums Leben.
Auf den Philippinen warten immer noch tausende Menschen auf Hilfe. Heftiger Monsunregen überschwemmte weite Teile der Hauptstadt Manila und umgebende Provinzen. In der Zwölf-Millionen-Metropole harren Einwohner nach wie vor auf den Dächern aus. „Einige Siedlungen sind so eng bebaut, dass wir mit unseren Booten nicht durchkommen“, sagte der Leiter des Katastrophenschutzes. Die Rettungsdienste versorgten 850 000 Menschen, die vor den Fluten geflohen waren. Nach Behördenangaben stehen zwischen 60 und 80 Prozent der Hauptstadt unter Wasser.
Schwerste Überschwemmungen seit 2009
„Wir haben Essen, aber es reicht höchstens noch für einen Tag“, schrieb per SMS ein junger Mann aus der oberen Etage eines Hauses in der philippinischen Hauptstadt. Er war dort mit seinen Eltern eingeschlossen. Durch manche Straßenfluchten rauschten die Wassermassen am Dienstag sechs Meter hoch. Das Wasser floss am Mittwoch nur langsam ab. Am Nachmittag begann erneut
heftiger Regen.
Erst vergangene Woche hatte Taifun „Saola“ die Philippinen teilweise überschwemmt. Die aktuellen Überschwemmungen in Manila sind die schwersten seit dem Jahr 2009. Damals kamen 460 Einwohner durch den Taifun „Ketsana“ ums Leben.
Dutzende Tote durch Taifune in China
Währenddessen hat der Taifun „Haikui“ in China mehr als eine Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Zwei Menschen kamen durch den Sturm in Shanghai ums Leben. Sie wurden von herabfallenden Trümmern getroffen. Bei den Unwettern in China sind bislang mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche weitere werden noch vermisst.
Bis zu fünf Meter hoch türmten sich die Wellen vor der Küste. In der chinesischen Provinz Zhejiang brachten die Behörden rund 1,5 Millionen Menschen in Sicherheit, im benachbarten Shanghai mussten fast 400 000 Einwohner ihre Häuser verlassen. Sie wurden in das sichere Hinterland gebracht, wie die Regierung mitteilte. Der finanzielle Schaden wird allein in der Provinz Zhejiang auf umgerechnet 635 Millionen Euro geschätzt. Etwa
die Hälfte davon entfällt auf Schäden in der Landwirtschaft.
